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Weniger gewalttätige Jugendliche

Im Kanton Zürich haben die Gewaltstraftaten von Jugendlichen im vergangenen Jahr abgenommen. Es ist aber zu mehr Anzeigen gekommen.

Jugendgewalt nahm 2015 im Kanton Zürich um fast 14 Prozent ab.
Jugendgewalt nahm 2015 im Kanton Zürich um fast 14 Prozent ab.
Symbolbild, Keystone

Im Kanton Zürich sind im vergangenen Jahr etwas mehr Jugendliche bei der Staatsanwaltschaft angezeigt worden als im Vorjahr. Die Anzahl der Gewaltstraftaten nahm jedoch um annähernd 14 Prozent ab, wie die Direktion der Justiz und des Innern am Mittwoch mitteilte.

Gegen 4674 Jugendliche eröffneten die Jugendanwaltschaften 2015 ein Strafverfahren. Die Anzahl der neu eingegangenen Fälle stieg damit im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 Prozent. Bei der Jugendgewalt lasse sich hingegen ein massiver Rückgang konstatieren, heisst es in der Mitteilung.

Wurden 2009 insgesamt 1151 Jugendliche einer Gewaltstraftat bezichtigt, mussten sich im vergangenen Jahr noch 499 Jugendliche wegen dieses Straftatbestandes vor einer Jugendanwaltschaft verantworten.

Insgesamt erliessen die Jugendanwaltschaften 3697 Strafbefehle - 411 weniger als im Vorjahr. In 41 Fällen wurde Anklage bei den Jugendgerichten erhoben.

In 3665 Fällen wurden Strafen ausgesprochen. Dazu gehörten 1994 Verweise, 937 persönliche Leistungen, 546 Bussen und 118 Freiheitsentzüge. In 40 Fällen wurde von einer Bestrafung abgesehen. Bei 21 Verurteilten ordneten die Jugendanwaltschaften und Gerichte 30 Erwachsenenstrafen an.

Vermögensdelikte an der Spitze

Mit 35,4 Prozent machten Vermögensdelikte den grössten Anteil aus. Dahinter folgten mit einem Anteil von 17,56 Prozent Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz. Die Delikte gegen Leib und Leben wie Körperverletzung, Tätlichkeiten und Raufhandel gingen von 3,7 auf 2,3 Prozent zurück.

8,6 Prozent aller Delikte richteten sich gegen die Freiheit. Dazu gehören Drohung, Nötigung oder Hausfriedensbruch. Von 1,1 auf 3,3 Prozent angestiegen sind die Sexualdelikte.

Bei den Verurteilungen lag der Anteil weiblicher Jugendlicher bei 23,8 Prozent und war damit etwas tiefer als im Vorjahr (25,5 Prozent). Der Ausländeranteil stieg von 30,5 auf 33,9 Prozent.

Weniger Kosten für Schutzmassnahmen

Der Rückgang der Jugendgewalt wirkte sich auch auf die Schutzmassnahmen aus. Sowohl bei den stationären Unterbringung in Erziehungsheimen als auch bei den ambulanten Massnahmen sei ein deutlicher Rückgang zu verzeichneten, schreibt die Direktion der Justiz und des Innern.

Ende Dezember 2015 befanden sich 50 Jugendliche in einer stationären und 213 in einer ambulanten Massnahme. Die Kosten für die Schutzmassnahmen nahmen um 7 Prozent ab und beliefen sich auf 19,2 Millionen Franken. Im Vergleich zum Rekordjahr 2009 gingen die Kosten gar um 36 Prozent zurück. Damals mussten 30 Millionen Franken für Schutzmassnahmen aufgewendet werden.

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