Zürich

Jositsch schafft Absolutes Mehr

Daniel Jositsch hat die Wahl zum Ständerat im ersten Anlauf geschafft. Alle anderen Kandidaten werden zum zweiten Wahlgang antreten müssen.

Schafft Daniel Jositsch (SP) die Wahl zum Ständerat bereits im ersten Wahlgang?

Schafft Daniel Jositsch (SP) die Wahl zum Ständerat bereits im ersten Wahlgang? Bild: Melanie Duchene

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Die Zitterpartie hat für Daniel Jositsch (SP) ein Ende: Mit 182'776 Stimmen schafft er das Absolute Mehr und damit die Wahl ins Stöckli. Er ist der einzige Ständeratskandidat, dem die Wahl zum Ständerat im ersten Wahlgang gelingt. Der zweite Zürcher Ständerat wird in einem zweiten Wahlgang am 22. November gewählt.

Nach Jositsch hat der FDPler Ruedi Noser mit 148'558 Stimmen das beste Ergebnis erzielt. Hans-Ueli Vogt (SVP) kommt auf 123'144 Stimmen. Der Grüne Bastien Girod (80'737), Martin Bäumle (57'125) von den Grünliberalen, CVPlerin Barbara Schmid-Federer (34'639) und die EVP-Politikerin Maja Ingold (21'603) liegen deutlich zurück.

Gefürchtet wegen seiner Rhetorik

Mit Daniel Jositsch zieht nach 32 Jahren wieder ein Zürcher SP-Vertreter ins Stöckli ein. Gegner fürchten ihn wegen seiner rhetorischen Brillanz. Emilie Lieberherr, die das letzte Zürcher SP-Mitglied im Ständerat war (1978-1983), bezeichnet Jositsch als «klugen, tüchtigen und liebenswerten Menschen».

Sein erstes politisches Amt trat Jositsch im Jahr 2000 als Mitglied der Schulpflege Stäfa ZH an. 2007 wurde er in den Kantonsrat und bereits im Herbst des gleichen Jahres in den Nationalrat gewählt. Als SVP-Regierungsrätin Rita Fuhrer 2009 zurücktrat, kandidierte Jositsch für deren Nachfolge. Er verlor allerdings gegen Ernst Stocker (SVP) im ersten Wahlgang.

Der 50-Jährige ist in Zürich und im Limmattal aufgewachsen. Nach der Matura studierte er an der Universität St. Gallen Rechtswissenschaft. Seit 2004 ist er Professor für Straf- und Strafprozessrecht an der Universität Zürich. Jositsch ist geschieden und hat einen Sohn. Als Hobbys gibt er auf seiner Website Fitness und Lesen an. Sein Lebensmotto lautet: «If you do it, do it well!»

Mit zweitem Wahlgang gerechnet

Ruedi Noser, zweitplatzierter Zürcher Ständeratskandidat, ist überzeugt, den Sitz seiner Partei im zweiten Wahlgang verteidigen zu können. «Ich werde unabhängig von den taktischen Konstellationen genügend Wählerinnen und Wähler mobilisieren können, damit es reicht», sagte er vor den Medien.

Er habe über die Parteigrenze hinaus wohl am meisten mobilisieren können, sagte der FDP-Ständeratskandidat. «Ich bin zufrieden mit diesem Resultat.» Dass Daniel Jositsch bereits im ersten Wahlgang gewählt worden sei, liege wohl daran, dass er sich im Wahlkampf sehr bürgerlich gegeben habe, sagte Noser.

Dass es für ihn selber nicht gereicht hat, überraschte den FDP-Nationalrat nicht. «Für mich war immer klar, dass es einen zweiten Wahlgang geben wird.» Der Freisinn im Kanton Zürich habe in der Vergangenheit bei den Ständeratswahlen fast immer in einen zweiten Wahlgang steigen müssen.

(ori/sda)

Erstellt: 18.10.2015, 19:44 Uhr

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