Winterthur

Winterthurer Industrie leidet weiter: Bombardier streicht 48 Stellen

Die Firma Bombardier, die in Zürich den Zuschlag für 70 neue Trams erhielt, streicht in Winterthur alle 48 Stellen im Bereich Drehgestell-Entwicklung. 15 Mitarbeiter können nach Zürich wechseln, 28 bekommen die Kündigung per Ende Jahr.

Hier an der Zürcherstrasse wurden Drehgestelle für Schienenfahrzeuge entwickelt, nicht aber gebaut.

Hier an der Zürcherstrasse wurden Drehgestelle für Schienenfahrzeuge entwickelt, nicht aber gebaut.

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Im Frühling hatte Bombardier Schweiz angekündigt, 68 Stellen im Konzern zu streichen. Seit einigen wenigen Tagen wissen die Bombardier-Leute in Winterthur, dass es diesen Standort in Zukunft nicht mehr geben wird. Die rund 48 Stellen werden gestrichen. Die Räume an der Zürcherstrasse bei der Bushaltestelle Loki, die Bombardier 1998 übernommen hatte, werden geräumt.

15 der heutigen Mitarbeiter werden nach Zürich wechseln können, aber «wir müssen bedauerlicherweise auch 28 Kündigungen per Ende Jahr aussprechen», sagt der Sprecher Andreas Bonifazi.Bonifazis Begündung für den Abbau tönt so, wie in den letzten Monaten und Jahren jedes Industrieunternehmen argumentierte: «Der Kostendruck ist gross, wir müssen wettbewerbsfähig bleiben, und wir reduzieren deshalb einen Standort.»

Hochqualifizierte betroffen

Betroffen in Winterthur sind hochqualifizierte Leute, viele Ingenieure, denn an der Zürcherstrasse wurden Drehgestelle für Schienenfahrzeuge entwickelt, nicht aber gebaut. Künftig werde das alles im deutschen Siegen konzentriert, wo Bombardier ein Drehgestell-Kompetenzzentrum betreibt.

Bombardier hat von den VBZ den Grossauftrag für 70 neue Zürcher Trams erhalten zu einem Preis von knapp 360 Millionen Franken. Der Zürcher Verkehrsverbund fand das zu teuer und verweigerte zunächst die Kostengutsprache, worauf der deutsche TÜV Süd ein Gutachten erstellte und dabei feststellte, dass die VBZ korrekt vorgegangen seien. Zwei unterlegene Konkurrenten aber zweifeln die Vergabe nach wie vor an und gingen vor Gericht: Siemens und Stadler Rail. Dieses Verfahren ist noch offen.

Stadler Rail übrigens, die Firma des ehemaligen SVP-Nationalrats Peter Spuhler, hat am anderen Ende der Winterthurer Industrielandschaft in Neuhegi vor kurzem eine neue Halle bezogen und 40 zusätzliche Stellen versprochen. Produziert werden dort — Drehgestelle.

Erstellt: 29.06.2016, 14:29 Uhr

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