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Erste Wasserung seit 1975US-Astronauten mit SpaceX-Kapsel zurück auf der Erde

Der «Splashdown» vor Florida ist geglückt. Es ist das erste Mal, dass Astronauten von einem privaten Unternehmen zur ISS und zurück befördert wurden.

Im Golf von Mexiko gewassert: Nach zwei Monaten kehren zwei US-Astronauten mit ihrer SpaceX-Kapsel zur Erde zurück.
Video: Nasa

Zwei Monate nach dem ersten bemannten Start des von der Privatfirma SpaceX entwickelten Raumschiffs «Crew Dragon» zur ISS sind zwei US-Astronauten wieder zurück auf der Erde. Robert Behnken und Douglas Hurley dockten in der Nacht zum Sonntag (MESZ) mit der Kapsel «Endeavour» vom Aussenposten der Menschheit in 400 Kilometern Höhe über der Erde ab, wie Live-Aufnahmen der US-Raumfahrtbehörde Nasa zeigten.

«Hurley und Behnken sind auf dem Weg nach Hause!», twitterte Nasa-Chef Jim Bridenstine. Hurley teilte in einem Tweet mit, dass es «Ehre und Privileg» gewesen sei, Teil der Mission zu sein. Die Astronauten wasserten am Sonntagabend (ca. 20:48 Uhr MESZ) vor der Küste Floridas nahe der Stadt Pensacola im Golf von Mexiko. Einen solchen bemannten «Splashdown» gab es zuletzt 1975, als die amerikanische Kapsel nach dem Apollo-Sojus-Test-Projekt westlich von Hawaii im Pazifik wasserte.

Bis zuletzt hatte das Wetter wegen des Wirbelsturms «Isaias» in der Region Sorgen gemacht. Allerdings sollte das Tiefdruckgebiet an der östlichen Küste Floridas entlang ziehen – Hunderte Kilometer entfernt von Pensacola.

Die «Crew Dragon»-Kapsel mit zwei US-Astronauten an Bord dockte von der Raumstation ISS ab, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa mitteilte.
Die «Crew Dragon»-Kapsel mit zwei US-Astronauten an Bord dockte von der Raumstation ISS ab, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa mitteilte.
Foto. nNasa via Keystone

Behnken und Hurley waren Ende Mai vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida aus gestartet. Es war nach fast neunjähriger Pause das erste Mal, dass Astronauten von den USA aus zur ISS flogen, und das erste Mal, dass sie von einem privaten Raumfahrtunternehmen befördert wurden. SpaceX hatte zuvor nur Fracht zur ISS transportiert.

Touristen im Weltall

Zuletzt waren im Sommer 2011 Astronauten mit der Raumfähre «Atlantis» zur ISS geflogen. Danach mottete die Nasa ihre Space-Shuttle-Flotte aus Kostengründen ein und war seither für Flüge zur ISS auf Russland angewiesen. Das war mit rund 80 Millionen Euro pro Flug in einer russischen Sojus-Kapsel nicht nur teuer, sondern kratzte auch mächtig am Ego.

Eigentlich waren eigene Flüge aus den USA zur ISS von der Nasa schon für 2017 angekündigt gewesen – im Zuge technischer Probleme, Finanzierungsschwierigkeiten und Umstrukturierungen nach der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten wurde das Projekt aber immer weiter aufgeschoben.

Unterdessen teilte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos mit, dass Ende kommenden Jahres wieder zwei Touristen zur ISS fliegen sollen. Sie sollen demnach vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan abheben. Ihre Namen wurden zunächst nicht genannt. Die Raumfahrtbehörde hatte für den Tourismus ins All einen Vertrag mit dem spezialisierten US-Unternehmen Space Adventures unterschrieben. Derartige Reisen zur ISS gibt es seit 2001. Der erste von bisher sieben Weltraum-Touristen war der US-Multimillionär Dennis Tito.

SDA