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Vorstoss im Zürcher GemeinderatVegane Kost für Alte und Kranke: Stadtrat ist nicht begeistert

Elena Marti (Grüne) und Anjushka Früh (SP) regen an, in den Zürcher Stadtspitälern und in Alters- und Pflegeheimen auf pflanzliche Ernährung umzustellen.

Ältere Patienten – ob in Spitälern oder Altersheimen –  hätten am liebsten Speisen, die sie kennen würden, schreibt der Zürcher Stadtrat. Und Genuss sei wichtig zum Erhalt der Lebensqualität. Er erteilt dem Vorstoss für eine möglichst pflanzliche Ernährung eine Absage.
Ältere Patienten – ob in Spitälern oder Altersheimen – hätten am liebsten Speisen, die sie kennen würden, schreibt der Zürcher Stadtrat. Und Genuss sei wichtig zum Erhalt der Lebensqualität. Er erteilt dem Vorstoss für eine möglichst pflanzliche Ernährung eine Absage.
Archivbild: Samuel Schalch

Ob man in Stadtspitälern, Alters- und Pflegeheimen nicht ganz auf vegetarische und vegane Ernährung umstellen könne, fragen zwei junge Zürcher Gemeinderätinnen. Der Grund: Pflanzliche Ernährung sei viel gesünder, zudem seien Spitäler und Pflegezentren keine Restaurants, vielmehr sollten sie «den Genesungsprozess initiieren, begleiten und fördern».

Wie die NZZ schreibt, widerspricht der Stadtrat nun dieser Idee deutlich. In seiner ausführlichen Antwort auf die schriftliche Anfrage von Elena Marti (Grüne) und Anjushka Früh (SP) macht er deutlich, dass in den Stadtspitälern kranke und schwerstkranke Personen behandelt würden, deren Proteinbedarf «oft um 50 bis 100 Prozent erhöht ist». Etwa ein Drittel weise zudem bereits eine Mangelernährung auf, und viele Patienten hätten mit einem ohnehin reduzierten Appetit zu kämpfen.

Beides seien schlechte Voraussetzung, um mit einer rein vegetarischen oder veganen Ernährung die erforderlichen Kalorien zu sich zu nehmen. Oft seien die Patienten auch gar nicht in der Lage, die deshalb nötige, grössere Menge zu essen. Bei kranken oder gebrechlichen Menschen im Spital und in Alters- und Pflegezentren könne eine solche Ernährung also aus gesundheitlicher Sicht problematisch sein. Und nicht zuletzt könne der hohe Gehalt an Nahrungsfasern, etwa in Hülsenfrüchten, zu Verdauungsschwierigkeiten führen.

«Würde als Bevormundung wahrgenommen»

Ältere Patientinnen und Patienten – ob in Spitälern oder Altersheimen – hätten zudem am liebsten Speisen, die sie kennen würden. Ein bedürfnisorientiertes Speiseangebot mit «bewährten vegetarischen, fleisch- oder fischhaltigen Gerichten» sei daher zentraler Aspekt einer bedarfsgerechten Ernährung im Alter. Gerade in Palliativsituationen – wenn also auf lebensverlängernde Massnahmen ansonsten verzichtet wird – würden Essen und Genuss eine grosse Rolle zur Erhöhung der Lebensqualität beitragen. Aus diesen Gründen plane der Stadtrat keine Umstellung auf ausschliesslich vegetarische oder vegane Menüs.

Auf einen von den Initiantinnen ins Feld geführten Imagegewinn, den die Stadt mit einer entsprechen Vorreiterrolle als moderne und nachhaltige Stadt erreichen könnte, möchte der Stadtrat lieber verzichten. Bei gewissen Interessenverbänden und NGOs sei ein solcher mit der Massnahme zwar wohl schon zu erreichen, schreibt er. Eine derart starke Einschränkung der Wahlfreiheit würde jedoch beim breiten Publikum «und vor allem bei den Bewohnerinnen und Bewohnern, Patientinnen und Patienten» als Bevormundung wahrgenommen.

lop

141 Kommentare
    L. Peter

    Vegan für alle bzw. nur für die Schwächsten und Ärmsten, genau so funktioniert das grün-linke Diktat. Offensichtlich lieben die Zürcher, wenn man ihnen vorschreibt, wie sie zu wohnen, leben und was sie zu essen haben. Das sind schöne Zeiten, wie in der ehemaligen DDR. Früher hätte man sich der eigenen Freiheit beraubt gefühlt, aber heute gehört es zum guten Ton, den anderen Vorschriften zu machen und das in jeder Lebenslage. Es leben die Hipster. Dreimal hoch.