Post-Sterben

Volg will nicht den Pöstler spielen

In Ürikon geht die Post zu. Der Volg soll einspringen und eine Agentur betreiben. Doch der hat kein Interesse daran. Die Post im Haus führe zu Problemen, sagt der Geschäftsführer.

Der Volg und die Post liegen in Ürikon unmittelbar nebeneinander. Die Gemeinde  würde es deshalb gerne sehen, wenn künftig der Volg die Postgeschäfte übernähme.

Der Volg und die Post liegen in Ürikon unmittelbar nebeneinander. Die Gemeinde würde es deshalb gerne sehen, wenn künftig der Volg die Postgeschäfte übernähme. Bild: Michael Trost

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Die Post will ihre Filiale in Ürikon schliessen und stattdessen die Postgeschäfte in die Hände eines Partners übergeben, der im Dorf eine Agentur führt. Stäfas Gemeinderat bedauert diesen Schritt – und setzt seine Hoffnungen auf den Volg an der Ritterhausstrasse. Dieser ist der einzige verbleibende Laden im Stäfner Ortsteil Ürikon, er befindet sich unmittelbar neben der heutigen Postfiliale.

Doch Peter Gsell, Geschäftsführer der Landi Stäfa-Männedorf mit Volg-Filialen in Stäfa, Ürikon, Männedorf, Oetwil und Grüningen, winkt ab. «Wir würden das ja gerne tun – aber es geht einfach nicht», sagt er. «Wir können die Päckliflut von Zalando in Ürikon nicht bewältigen.» Die Filiale sei zu klein, um darin eine Postagentur einzurichten und Geschäfte abzuwickeln. «Uns fehlt nur schon der Platz, um Pakete zu lagern.» Hinzu komme, dass es in der Filiale nur eine Kasse gebe. Die Kassierin müsste diese verlassen, um an der Posttheke einen Kunden zu bedienen. Die Kasse wäre dann für einen Moment verwaist. «Bis ein eingeschriebener Brief aufgegeben worden ist, vergehen zwei Minuten», sagt Gsell. «In dieser Zeit warten Volg-Kunden an der Kasse. Wir möchten diese aber nicht vergraulen. Wer zu uns kommt, möchte einkaufen und schnell weiterziehen können.»

In Grüningen zugesagt

Die Landi Stäfa-Männedorf kommt damit zu einem anderen Schluss als noch vor eineinhalb Jahren in Grüningen. Als die Post dort ihre Filiale schloss, sprang sie mit einer Agentur ein. In der Zeitung «Zürcher Oberländer» sagte Gsell damals, es sei eine willkommene Dienstleistung im Dorf, im Volg eine Postagentur zu integrieren. «Das ist eine ganz andere Situation», sagt Gsell dazu. «In Grüningen hat unsere Filiale einen guten Grundrisss. Dort sind die Platzverhältnisse besser. Wir haben zwei Kassen und mehr Personal.» In Ürikon sei alles viel enger. «Baulich können wir nichts verändern.»

Gemeinde versteht Volg nicht

Gsell bedauert, dass die benachbarte Post zugeht. «Wir haben gegenseitig voneinander profitiert», sagt er. Ginge es nach dem Stäfner Gemeinderat, könnte das weiterhin so sein. «Auch der Volg hätte einen Nutzen von der Postagentur in seinem Laden», sagt Gemeindepräsident Christian Haltner (FDP). Er spricht von einer Win-win-Situation. Die Postagentur könne gar zum Überleben des Volg in Ürikon beitragen. «Es wäre nicht gut, wenn es in Ürikon am Schluss keinen Laden und keine Post mehrgäbe.»

Überlegt es sich die Landi Stäfa-Männedorf nicht anders, bleiben der Post und der Gemeinde Stäfa wenig Alternativen. Ein möglicher Standort für eine Agentur wäre beim Bahnhofkiosk Ürikon, der von der Valora AGbetrieben wird. Valora-Sprecher Kilian Borter sagt dazu: «Wirführen heute schon einige Postagenturen und sind selbstverständlich immer an einem Ausbau des Angebots in den Verkaufsstellen interessiert.» Zu den Überlegungen der Post im Zusammenhang mit der Filiale Ürikon könne man sich aber nicht äussern.

Kommt weder mit der Valora noch mit dem Volg eine Lösung zustande, müsste die Post wohl auf das Modell mit einem Hausservice ausweichen, bei dem der Pöstler auf seiner Runde gewisse Geschäfte vor der Haustür der Kunden abwickelt. Jene Üriker, die dann nicht zu Hause sind, müssten auf die nächsten Poststellen in Stäfa oder Hombrechtikon ausweichen.

Erstellt: 01.12.2016, 13:34 Uhr

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