Zum Hauptinhalt springen

Von Roll bleibt das Sorgenkind

Der Industriekonzern Von Roll hat im Geschäftsjahr 2016 zwar seinen Verlust etwas reduziert. Mit einem Fehlbetrag von 30,29 Millionen Franken nach 34,9 Millionen im Vorjahr verharrt Von Roll aber weiter in den tiefroten Zahlen. Für 2017 verschreibt sich Von Roll ein «Fitnessprogramm».

Nach einem schlechten Geschäftsjahr 2016 hofft man bei Von Roll in Wädenswil 2017 wieder auf bessere Zahlen.
Nach einem schlechten Geschäftsjahr 2016 hofft man bei Von Roll in Wädenswil 2017 wieder auf bessere Zahlen.
Symbolbild, Keystone

Neuer CEO – alte Probleme: Von- Roll-Konzernchef Christian Hennerkes löste Achim Klotz im Oktober als Krisenmanager für das seit Jahren notleidende Unternehmen ab. Der 45-jährige Deutsche ist der vierte Firmenchef innerhalb von neun Jahren bei Von Roll. Präsentieren musste er gestern in Zürich für das Geschäftsjahr 2016 einen tiefroten Zahlenkranz. Der Fehlbetrag beträgt 30,29 Millionen Franken, 13,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Umsatz sank um 7,5 Prozent auf 328,1 Millionen und beträgt noch gut die Hälfte von 2007.

Umbau kostet viel Geld

Die Gründe für die Umsatz- und Ergebniserosion liegen auf der Hand: Die lange Umbauphase des Konzerns mit Sitz in der Au kostet Geld, viel Geld. 140 Millionen Franken hat die traditionsreiche Industriegruppe – eine der ältesten der Schweiz – in den vergangenen vier Jahren in die Neuausrichtung investiert. Zudem wurde das Ergebnis im letzten Jahr von Sondereffekten belastet, «die sich 2017 nicht wiederholen werden», wie Hennerkes erklärte.

Im zweiten Halbjahr 2016 wurden die Organisationsstrukturen verschlankt und der Vertrieb neu ausgerichtet. Immerhin konnte Hennerkes verkünden, dass der Löwenanteil der Umbauphase, die im Wesentlichen aus einer weltweiten Konsolidierung der Produktionswerke sowie einem gross angelegten Personalabbau besteht, bis Ende 2016 getätigt worden sei. Allein im vergangenen Jahr sank der Personalbestand bei Von Roll von rund 2000 auf 1700. In der Schweiz fielen der Kostenschere 100 Stellen zum Opfer. Damit sollte nun nach Angaben von Finanzchef Stephan Kellmann jenes Niveau erreicht sein, von dem aus wieder an einen Neuaufbau zu denken ist. Bereits das laufende Jahr soll mit den umgesetzten Massnahmen die Fixkostenbasis um mehr als 18 Millionen Franken entlasten.

Zu den neuen Rezepten, die Hennerkes gestern als Ausweg aus der Dauerkrise präsentierte, zählt neben der Konzentration auf profitable Produktegruppen die Steigerung der Produktivität. Hier bestehe trotz bereits erzielter Verbesserungen Luft nach oben. Dazu sollen die Materialkosten weiter gesenkt, die Mehrverbräuche verringert und der Einkauf optimiert werden.

Leichter Aufwärtstrend

In den ersten beiden Monaten des neuen Geschäftsjahres verzeichnete Von Roll nach Angaben von Hennerkes ein positives Nettoergebnis. Sollte das auch nach den ersten drei Monaten der Fall sein, wäre dies das erste positive Quartal seit vier Jahren. Gestützt auf den soliden Auftragseingang und das grundsätzlich attraktive Marktumfeld, ist Hennerkes für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahrs 2017 zuversichtlich. Profitables Wachstum ist laut seinem Fahrplan aber erst für 2018 zu erwarten. Im laufenden Jahr besteht immerhin die Chance, operativ wieder die Gewinnzone zu erreichen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch