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Die Rezession von 1975Vor 45 Jahren litt die Schweizer Wirtschaft noch mehr als heute

Die Verluste von 1975 übertrafen jene der aktuellen Coronakrise. Ein Blick zurück.

Proteste gegen die Rezession: Eine Kundgebung in Genf zum Thema Arbeitslosigkeit im Juni 1975.
Proteste gegen die Rezession: Eine Kundgebung in Genf zum Thema Arbeitslosigkeit im Juni 1975.
Bild: Keystone

Nur ein Mal in ihrer Geschichte nach 1948 erlebte die Schweiz einen noch grösseren Wirtschaftseinbruch als derzeit. 1975 schrumpfte das Bruttoinlandprodukt real um 6,7 Prozent. Zum Vergleich: Für 2020 rechnen die Konjunkturforscher aktuell mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei der letzten offiziellen Prognose im Juni waren die Bundesökonomen noch von einem Minus von 6,2 Prozent ausgegangen.

Damals wie heute sorgte ein Schock von aussen für den Konjunktureinbruch. In den Siebzigerjahren waren die Nachwehen des Ölschocks schuld. Als Folge des Ölembargos, das das Förderkartell Opec im Herbst 1973 verhängte, vervierfachte sich der Ölpreis und traf die rohstoffabhängigen Industrieländer direkt ins Mark. Die Inflation zog massiv an – und das von einem bereits erhöhten Niveau aus. Denn der Preisanstieg hatte sich zuvor während einer mehrjährigen Phase der Hochkonjunktur bereits beträchtlich beschleunigt und die Notenbanken dazu veranlasst, die Geldpolitik zu drosseln. Beide Effekte – die restriktivere Geldpolitik und der zusätzliche Inflationsschub – würgten ab 1974 die internationale Konjunktur ab. Deutschland und die USA waren unter den ersten Getroffenen. Die Schweiz folgte rund vier Monate später.

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