Winterthur

Wärmering-Affäre: Rücktritt von Stadtrat Gfeller gefordert

Nach den Enthüllungen zu einer riskanten ­Investition von Stadtwerk fordert ­Parlamentspräsident Markus Wenger den Rücktritt von Werkvorsteher Matthias Gfeller. Aus fast allen Parteien kommt Kritik.

Stadtrat und Werkvorsteher Matthias Gfeller kommt wegen der Wärmering-Affäre unter Druck. Bild: David Baer

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«Matthias Gfeller, es reicht – treten Sie zurück.» Diese Worte schrieb FDP-Gemeinderat und Parlamentspräsident Markus Wenger am Samstag auf Facebook. Der «Landbote» hatte berichtet, dass der grüne Werkvorsteher dem Volk bei der Abstimmung über das Energie-Contracting im letzten Jahr bewusst vorenthalten hatte, dass eines der Energieprojekte, ein Frauenfelder Wärmering, zu einem millionenteuren Sanierungsfall zu werden droht.

Auf Nachfrage bestätigt Wenger die Rücktrittsforderung, betont jedoch, dass er sich der Meinung seiner Fraktion anschliesse. In einer schriftlichen Stellungnahme kritisiert FDP-Fraktionschef Stefan Feer Gfellers Amtsführung scharf, ohne selbst jedoch das Wort «Rücktritt» zu verwenden. Gfeller sei «untragbar» und «seiner Aufgabe nicht gewachsen», so Feer. Seine Amtsführung schade dem Image der Stadt und der Integrität der Regierung. Wengers Facebook-Eintrag wurde sowohl von Feer als auch von FDP-Vizefraktionschef Christoph Magnusson mit «Gefällt mir» markiert.

Auch aus anderen Parteien kommt scharfe Kritik. SVP-Vertreter fordern, dass noch nicht umgesetzte Ökologieprojekte einstweilen gestoppt und schon in Umsetzung befindliche Vor­haben einer Risikoanalyse unterzogen werden. Hintergrund sind Informationen, wonach Winterthur bis zu acht Millionen Franken für die Sanierung des serbelnden Wärmerings versprochen hat. Auch über die Gültigkeit der Volksabstimmung über das Energie-Contracting müsse sodann gesprochen werden, heisst es.

Aufklärung gefordert

Vertreter von SP, GLP und CVP verlangen schnelle Aufklärung. Es brauche eine «umfassende Klärung der Informationsstrategie von Stadtwerk und Stadtrat», meint Christa Meier (SP). Michael Zeugin (GLP) fordert «unverzüglich» Klarheit darüber, ob der Gesamtstadtrat über die Sache informiert war, und Matthias Baumberger (CVP) will eine Stellungnahme Gfellers im Parlament.

Bei den Grünen versucht man, den eigenen Stadtrat aus der Schusslinie zu nehmen. Man wisse noch nicht, ob die brisanten Informationen nicht auch anderen Regierungsmitgliedern vorgelegen hätten, so Parteipräsident ­Reto Diener. Darum sei es «zu früh und unfair», ein Zurück­halten von Informationen einzig und allein Werkvorsteher Gfeller anzu­lasten.

Erstellt: 10.04.2016, 21:27 Uhr

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