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Ostern in Corona-ZeitenWarum Ostern die Königsdisziplin ist

Was haben Ostern und Corona gemeinsam? – Richtig: «Corona» heisst «Krone», und Ostern ist der krönende Höhepunkt des christlichen Auferstehungsglaubens. Bekanntlich hat sich Jesus bei der Verhaftung vor Pilatus selber als König bezeichnet. «Du sagst es, ich bin ein König… doch mein Königtum ist nicht von dieser Welt» (Jo 18, 37a, 36a). Damit distanziert sich Jesus deutlich vom weltlichen Königs-Begriff.

«Aus dem Kreuz ins Leben», heisst dieses Mosaik von Giulia Cimaschi, inspiriert durch Werke von Josua Boesch.
«Aus dem Kreuz ins Leben», heisst dieses Mosaik von Giulia Cimaschi, inspiriert durch Werke von Josua Boesch.
(pd)

Schon die alten Eidgenossen waren keine Royalisten und wehrten sich gehörig gegen eine königlich-devote Unterwürfigkeit. Es muss etwas Besonderes daran sein, dass Christus vor allem in der Kunst immer wieder als König dargestellt wird. Bei der Geburt Jesu in Bethlehem kamen Sterndeuter auf der Suche nach einem «neuen» König, der ihnen prophezeit worden war. Sie fanden ihn nicht in einem Palast, aber als Kind in einem erbärmlichen Stall in einer Futterkrippe. Sie erkannten ihn, brachten ihm Geschenke und beteten das Kind an, wie man einem König huldigt. Schon bei den alten Propheten wird ein König angekündigt, der anders ist als das gängige Bild. «Siehe, dein König kommt zu dir. Er ist demütig und reitet auf einem Esel…» (Sacharia 9,9b). Eine klare Anspielung auf den Jahrhunderte späteren Einzug Jesu in Jerusalem. Die Menschen wollen ihn zum König machen, doch die Stimmung kippt und das Volk poltert auf Pilatus ein: «kreuzige ihn!» Schliesslich standen auf der Tafel über dem Todeskreuz von Golgotha die Worte «König der Juden»: Er war einer aus ihrem Volk. Ist Ostern als Höhepunkt des Triumphes eines Königs zu werten, der nicht von dieser Welt ist?

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