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ZUgespitztWas ist ein Häpöri?

In der Kolumne «ZUgespitzt» greifen Redaktorinnen Themen aus dem Unterländer Alltag auf.

Barbara Gasser, Redaktorin
Barbara Gasser, Redaktorin
Foto: Johanna Bossart

Zuerst sind mir nur die Werbeplakate aufgefallen. Auf meinem Arbeitsweg vom Furttal nach Bülach stehen sie am Strassenrand. Ich erhaschte jeweils nur einen Blick beim Vorbeifahren. Ich sah eine Schale Erdbeeren auf einem Bild, einen Brotanschnitt auf einem anderen und einen Kopfsalat auf dem nächsten. Irgendwann rückte auch das Signet «Aus der Region. Für die Region» in den Fokus. Unschwer erkannte ich daran, dass es sich um einen Grossverteiler handelte, der Werbung für die abgebildeten Produkte machte. So jedenfalls dachte ich.

Bei genauerem Hinschauen entdeckte ich jedoch merkwürdige, wenn nicht gar total unverständliche Wörter. Die Erdbeeri konnte ich leicht zuordnen und Äbbeeri auch noch. Was aber sind Häpöri? Ganz offensichtlich gibt es Gegenden in der Schweiz, wo die Menschen diese roten Sommerfrüchte genau so nennen. Ohne das entsprechende Bild dazu, wäre ich nie auf die Idee gekommen, dass es sich dabei um Erdbeeren handelt.

Nicht ganz so schwierig zu entziffern ist Solot, Salot oder eben Salat. Komplizierter fallen die Bezeichnungen für den Brotanschnitt aus. Allerdings freute ich mich über den Mürggel. So nennen wir nämlich das erste und letzte Stück eines Brotlaibs innerhalb der Familie. Mir persönlich gefällt dieser Ausdruck sehr gut.

Auf den Plakaten haben nicht mehr als drei Wörter Platz. Aber das ist längst nicht alles, was diese Werbung hergibt. Kürzlich sah ich einen TV-Spot derselben Kampagne für Kartoffeln. Mir wurde beinahe schwindlig, mit welcher Geschwindigkeit unzählige Bezeichnungen für diese simple Knolle mir dabei um die Ohren gehauen wurden. Wirklich unglaublich, und ich erkannte nur bei einem Bruchteil, dass es sich um Kartoffeln handeln sollte.

Das gilt auch für den kleinen Rest, der übrig bleibt, wenn man einen Apfel isst. Nennen Sie den etwa auch Bütschgi?