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Basler DilemmaWegen Cabral steckt der FCB in der Zwickmühle

Er ist ein Ballkünstler – und im Cup gegen Lausanne der Matchwinner. Dennoch hat der Brasilianer nicht die besten Karten für einen neuen Vertrag in Basel. Grund: massiver Spardruck.

Lässt Bernhard Burgeners Herz bluten: Arthur Cabral, hier bei seinem Fallrückzieher zum 1:0 gegen Lausanne.
Video: SRF

Schweizer Fussballclubs sind im Terminstress. Das erstaunt gerade niemanden – bei 13 Runden in sechs Wochen. Zumindest in den nächsten Tagen gilt der Druck auch für die Transferfront: In zwei Wochen laufen in der ganzen Liga zig Verträge aus. Beim FC Basel sind es vor allem die der Leihspieler. Ihre Situation ist unbefriedigend. Die beiden Brasilianer Ramires und Arthur Cabral etwa stehen gerade irgendwo zwischen Abflug in die Heimat und einem intensiven Sommer in der Schweiz.

Im Fall des 22-jährigen Cabral spricht rein sportlich alles für einen Verbleib: Im Cup-Viertelfinal gegen Lausanne erzielt er das erste Tor auf Schweizer Fussballplätzen seit Guillaume Hoaraus Penalty zum 3:3 beim Spektakel Ende Februar zwischen St. Gallen und YB. Dem sehenswerten Fallrückzieher lässt er später das 2:0 folgen. Jung, kräftig, treffsicher – den Anspruch auf einen Transfer erfüllt Cabral auf jeden Fall.

«Bei ihm blutet mir das Herz»

Aber mit Anspruch und Wirklichkeit ist es derzeit so eine Sache beim FCB. Nach dem miserablen Geschäftsjahr 2019 mit fast 20 Millionen Franken Verlust stellt sich eher die Frage, ob eine Übernahme von Cabrals Verein Palmeiras überhaupt ein Thema ist. «Bei Cabral blutet mir das Herz», sagt Burgener schon vor dessen starkem Auftritt in Lausanne gegenüber dem «Sonntagsblick». Und: «Würden wir die zwei Transfers mit Zhegrova und Cabral machen, könnten wir im August ein letztes Mal die Löhne zahlen.»

Die Leute, die sich um mich kümmern, leiten wenig an mich weiter.

Basels Matchwinner Cabral

Auch der 21-jährige Flügelspieler Edon Zhegrova ist geliehen, vom belgischen Club Genk. Bei ihm stand der FCB vor dem gleichen Dilemma: Von den sportlichen Qualitäten ist man absolut überzeugt, einen Transfer aber kann man sich kaum leisten. Die vertragsintegrierte Kaufoption hat man in seinem Fall schon mal nicht gezogen, weitere Verhandlungen laufen.

Für Erstaunen sorgte Matchwinner Cabral mit Aussagen nach dem Spiel. Die Frage, ob die Clubverantwortlichen schon mit ihm geredet hätten, verneinte er. «Die Leute, die sich um mich kümmern, leiten sehr wenig an mich weiter.»

Cabral würde den FCB gemäss Vertrag bei einer Übernahme 4,5 Millionen Franken kosten, bei Landsmann Ramires – verletzungsbedingt bislang erst mit 27 Minuten für die erste Mannschaft – sollen es gar 6 Millionen Franken sein. Beides zu viel für den FCB. Im Fall von Zhegrova und Cabral hat Präsident Burgener die Hoffnung noch nicht aufgegeben. «Unser Wunsch wäre es, beide zu verpflichten. Ich hoffe, wir finden eine Lösung mit den Besitzerklubs.»

Die Uhr tickt, ab heute sind es noch 14 Tage bis zum Stichtag. Immerhin: Sollte er sich noch immer nicht ganz sicher sein, kann Burgener in diesen zwei Wochen Cabral noch in vier Partien beobachten. Es herrscht schliesslich Terminstress in der Super League.