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Nahrungsketten in der NaturWenn kleine Tiere grosse fressen

Insekten und Spinnen jagen Wirbeltiere wie Vögel, Frösche oder Eidechsen und kehren damit die gewohnten Hierarchien in der Natur um

Gottesanbeterinnen fressen gerne auch einmal Eidechsen, Geckos oder sogar kleine Vögel wie Rotkehlchen oder Kolibris.
Gottesanbeterinnen fressen gerne auch einmal Eidechsen, Geckos oder sogar kleine Vögel wie Rotkehlchen oder Kolibris.
Foto: Razvan Cornel Constantin (Alamy Stock Photo)

Das Raubtier schleicht sich von hinten an. Plötzlich springt es los und verbeisst sich im Rücken seines Opfers, das noch zu fliehen und den Angreifer irgendwie abzuschütteln versucht. Vergeblich. Eine Stunde später sind nur noch der Kopf und die Extremitäten übrig. Die Jagdszene spielt sich nicht in der Serengeti ab, sondern am Ufer eines Teichs irgendwo in Europa. Das Raubtier ist ein grünlich schimmernder Käfer der Gattung Epomis, das Opfer ein Frosch, der mindestens viermal so gross ist wie das Insekt.

Noch frappierender ist der Grössenunterschied, wenn die zwei Zentimeter grossen Larven des Käfers auf Amphibienjagd gehen. Aus Sicht des ahnungslosen Opfers scheint das Insekt – das nicht wegläuft und auch noch verführerisch mit den Antennen wackelt – ein leicht zu erbeutender Leckerbissen zu sein. Doch wenn der Frosch zuschlagen will und seine klebrige Zunge hervorschnellen lässt, weicht die Larve geschickt aus, springt auf den Kopf des Amphibiums und beisst zu. Dann beginnt sie genüsslich zu schlürfen.

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