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Airline unter SpardruckWer kündigt, bekommt 1000 Franken

Die Swiss ermuntert Flugbegleiter in Ausbildung mit einem ungewöhnlichen Angebot, das Unternehmen zu verlassen. Betroffen sind bis zu 80 Personen in Zürich und Genf.

Darf es ein bisschen mehr sein? Swiss-Flugbegleiterinnen erhalten bei einer Kündigung  einen Geldbetrag.
Darf es ein bisschen mehr sein? Swiss-Flugbegleiterinnen erhalten bei einer Kündigung einen Geldbetrag.
Foto: Christian Beutler (Keystone)

Die Swiss will angesichts der Krise ihren Personalstand reduzieren und greift dafür zu ungewöhnlichen Methoden: Flugbegleitern, die noch in der Ausbildung sind, bietet die Fluggesellschaft 1000 Franken, wenn sie die Airline verlassen. «Unter den momentanen dynamischen Umständen ist es leider aussichtslos, den Absolventinnen und Absolventen, welche die Grundausbildung zum Cabin Crew Member noch nicht abgeschlossen und somit noch keine Flugeinsätze hatten, Perspektiven bieten zu können», begründete Swiss das Vorgehen. Wenn sie die Vereinbarung zur Aufhebung ihres Vertrags unterzeichnen, erhalten sie 1000 Franken. Das Unternehmen bestätigte einen Bericht des Finanzportals «Inside Paradeplatz».

Die ungewöhnliche Aktion betrifft 80 Personen aus vier Ausbildungskursen – drei davon in Zürich und einer in Genf. Sollten alle auf das Angebot eingehen, kostet das die Airline 80’000 Franken. Die Fluggesellschaft will jedoch niemanden dazu zwingen, seinen Job aufzugeben. «Sollte eine betroffene Person auf die Aufhebungsvereinbarung nicht eingehen, wird der Vertrag weiter aufrechterhalten», erklärt die Airline. In der Krise setze Swiss alles daran, Kündigungen zu verhindern.

Gewerkschaft ist involviert

Die für das Kabinenpersonal zuständige Gewerkschaft Kapers ist involviert. «Wir haben davon Kenntnis. Wir bedauern es bei jedem Angestellten, der das Unternehmen verlässt», sagte Kapers-Vizepräsident David Martinez.

Bereits Anfang Mai hatte Swiss angekündigt, ihre Kosten durch diverse Sparmassnahmen um 20 Prozent senken zu wollen. Dazu zählt unter anderem Kurzarbeit für alle Mitarbeitenden und ein Einstellungsstopp.

Die Nachricht von dem Kündigungsbonus kommt mitten in das Ringen um Staatshilfen für die angeschlagene Swiss. Der Bund soll mit 1,3 Milliarden Franken für die Fluggesellschaft geradestehen. Insgesamt sollen die Swiss und ihre Schwester Edelweiss bis zu 1,5 Milliarden Franken an günstig verzinsten Krediten erhalten, die zu 85 Prozent vom Bund garantiert werden. Bei der Mutter Lufthansa geht es um eine Summe von neun Milliarden Euro.