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Terror in ÖsterreichWien vergnügte sich draussen, dann knallten die Schüsse

Der Terrorangriff traf Wien am letzten Abend vor dem Lockdown, es war eine Nacht voller Panik und Chaos. Jetzt hat sich die Lage beruhigt – aber noch ist unklar, was genau geschehen ist.

Es war der letzte Abend, an dem die Wienerinnen und Wiener ausgehen konnten: Halb ausgetrunkene Gläser in einer Wiener Bar am Abend des Anschlags.
Es war der letzte Abend, an dem die Wienerinnen und Wiener ausgehen konnten: Halb ausgetrunkene Gläser in einer Wiener Bar am Abend des Anschlags.
KEYSTONE

Am Morgen danach wirkt Wien in seinem Herzen wie eine Geisterstadt. Das Zentrum innerhalb der Ringstrasse ist wie ausgestorben, auch wenn die Polizei viele in der Nacht errichtete Strassensperren wieder aufgehoben hat. Lediglich das Gebiet rund um die Tatorte der gestrigen Anschläge ist weiterhin gesperrt und wird von Polizisten mit Sturmgewehren und in schusssicheren Westen bewacht. Hinter der Absperrung sind Männer und Frauen in weissen Schutzanzügen dabei, alle Spuren zu sichern.

Hier, im sogenannten Bermudadreieck, einer beliebten Ausgehmeile zwischen Donaukanal, dem Schwedenplatz und der grossen Synagoge in der Seitenstettengasse, begann gestern Montag gegen 20 Uhr ein Mann auf Passanten und Gäste in den Lokalen zu schiessen. Hatte der Täter diesen Tag bewusst ausgewählt? Er musste jedenfalls wissen, dass um 24 Uhr der Corona-Lockdown in Kraft trat, mit einer strengen Ausgangsbeschränkung ab 20 Uhr. Es war also der letzte Abend, an dem die Wienerinnen und Wiener ausgehen konnten, und das extrem milde Herbstwetter lud sogar dazu ein, im Freien zu bleiben, in einem der vielen Gastgärten entlang der Seitenstettengasse.

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