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Cup-HalbfinalWinterthur wird hart bestraft

In einem Spiel voller Fehler geht der Gast in Basel 1:6 unter. Dabei kann er über weite Strecken mithalten. Das Heimteam ist in den entscheidenden Momenten besser.

Basels Blas Riveros (l.) und Ricky van Wolfswinkel (r.) behalten gegen Winterthurs Davide Callà, den Ex-Basler, die Oberhand.
Basels Blas Riveros (l.) und Ricky van Wolfswinkel (r.) behalten gegen Winterthurs Davide Callà, den Ex-Basler, die Oberhand.
Foto: Georgios Kefalas/Keystone

Valentin Stocker sitzt entspannt auf der Tribüne und schaut sich die letzten Minuten dieses Cup-Halbfinals an, sein Team führt 6:1, wird in wenigen Minuten Finalist des Schweizer Cups sein. Und so bleibt Zeit für einen Schwatz mit einem jungen Fan. Wenn das Spiel vorüber ist, erhält der Bub das Trikot Stockers, so verspricht es der Basler Captain, der am Ursprung eines Sieges steht, der sich erst einmal phänomenal anhört, aber darüber hinwegtäuscht, dass der Gegner über weite Strecken ebenbürtig war.

Beim FC Basel lag vor diesem Spiel vieles im Argen. Sportchef Zbinden ist weg, U-21-Trainer Frei auch, sein Kündigungsbrief fand den Weg in die Medien. Zudem bezahlt der Verein seit Monaten die Stadionmiete nicht, wie am Dienstag auskam. Und Noch-Trainer Koller fehlen mit Cömert, Cabral, Campo und Ramires vier Spieler. Sie sind nach ihrem Sardinien-Urlaub in Quarantäne.

Winterthurs Fehlstart

Dann dieser Auftakt. 69 Sekunden sind vorbei, als der Ball erstmals im Tor liegt. Riveros narrt zwei Gegner, findet mit seiner Hereingabe Stocker, der zum 1:0 trifft. Das Spiel ist lanciert, jedoch nur für eine Mannschaft. Widmer tunnelt seinen Gegner und schiesst das 2:0 aus spitzem Winkel. 17 Minuten später trifft van Wolfswinkel zum 3:0. «Wir waren zu Beginn nicht wach», sagt Winterthurs Trainer Ralf Loose zum Start. Und zum Resultat: «Es entspricht nicht dem Spielverlauf.»

Denn bei Basel verleitet diese klare Führung zur Sorglosigkeit, sie lässt die Gäste doch noch in dieses Spiel kommen. Riveros und Stocker leisten sich Fehlpässe, die auch mit Gegentoren bestraft werden könnten; Frei klärt einen Lob von Buess gerade noch, bevor der Ball die Linie überquert. Er muss hin, schliesslich war er es selbst, der Buess den Ball in die Füsse spielte.

Solche Missgeschicke machen dem Gast aus Winterthur Mut. Zweimal scheitert der flinke Schweiz-Tunesier Ltaief aus bester Position. Und immer wieder bekommt Doumbia in der Zentrale Platz, um die Angriffe seines Teams zu gestalten. Er wählt meist den Weg über Callà. Der Captain leitet dann auch das 1:3 ein, Buess erzielt es. Nach dem Spiel sagt Callà: «Wir müssten eigentlich mit 2:3 in die Pause.» So viele Chancen hat Winterthur.

Der Verstolperer

Es ist aber nicht so, dass es alleine der FCB ist, der durch fehlerhaftes Spiel auffällt. Bei van Wolfswinkels Tor zum 3:0 hilft Isik kräftig mit, und kurz nachdem der Verteidiger zur Pause raus muss, tut es ihm sein Ersatz Arnold gleich. Der 23-Jährige bringt einen ungenauen Pass von Goalie Spiegel nicht weg, Pululu erzielt das 4:1. «In unserer Liga kommt es eher vor, dass ein Stürmer einen Ball verstolpert, hier nicht», sagt Callà angesprochen auf den Klassenunterschied. Sein Team kann diesmal nicht mehr antworten, kassiert sogar noch zwei weitere Tore und scheidet nach einer beeindruckenden Cup-Kampagne im Halbfinal aus.

Die Basler Spieler jubeln über den Einzug in den Cup-Final.
Die Basler Spieler jubeln über den Einzug in den Cup-Final.
Foto: Georgios Kefalas/Keystone

Der FC Basel hingegen steht mit dem Sieg zum 23. Mal in einem Endspiel. Er wird am Sonntag die Young Boys fordern. Fehler wie am Dienstag werden da wohl härter bestraft.