Winterthur

«Die Lichtverschmutzung war eine Herausforderung»

Wer eine Sternschnuppe sieht, darf sich etwas wünschen, heisst es im Volksmund. Demnach hat Fotografin Christin Necker nun dutzende Wünsche offen.

Für diese Aufnahmen braucht es viel Geduld: Die Perseiden, fotografiert in Winterthur und anschliessend zum Film weiterverarbeitet.
Video: zVg/Christin Necker

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Für Astronomie-Fans gehören die Tage rund um den 12. August jeweils zum Highlight des Jahres. Und auch weniger sternenkundige Personen schauen dann wohl häufiger als sonst in den Nachthimmel. Denn dank des Meteorenschwarms der Perseiden lassen sich dann besonders viele Sternschnuppen beobachten.

Auch die 31-jährige winterthurer Grafikdesignerin und Fotografin Christin Necker machte sich am Mittwochabend auf die Suche nach einem idealen Beobachtungsort, um das Spektakel festzuhalten. Keine leichte Aufgabe, wie sie sagt: «Wegen der Lichtverschmutzung ist dies in Stadtnähe eine Herausforderung.» Nach einigen Probeaufnahmen positionierte sie sich schliesslich auf einem kleinen Hügel in der Nähe des Modellflugplatzes Mörsburg bei Stadel.

Stundenlang unterwegs für Sternenbilder

Gegen 22.30 Uhr startete sie dann mit den ersten Aufnahmen. Necker bedient sich dabei einer speziellen Aufnahmetechnik, der sogenannten Timelapse-Fotografie. Dabei macht man alle paar Sekunden und fügt diese anschliessend zu einem Film zusammen. «Ich richtete meine Spiegelreflexkamera Richtung Norden und machte alle 15 Sekunden eine Langzeitaufnahme», sagt sie. Eine Arbeit, die viel Geduld erfordert: Alleine für diese erste Sequenz brauchte sie eineinhalb Stunden. Dabei darf die Kamera weder berührt noch verschoben werden. Denn nur die geringsten Erschütterungen würden das Endergebnis trüben.

Bei einem zweiten Zeitraffer Richtung Süden wurde es noch aufwändiger: Nun richtete sie zwei Kameras auf den Himmel aus und verschob diese nach jeder Aufnahme mit Hilfe einer selbst gebauten Vorrichtung um 4 Millimeter. Insgesamt sei sie gut vier Stunden unterwegs gewesen, sagt Necker, die häufig in den Bergen oder an abgelegenen Orten unterwegs ist für ihre Bilder.

Am Schluss hatte Necker rund 600 Bilder, oder in Datenmengen ausgedrückt, etwa 10 Gigabyte Rohmaterial zur Verfügung. Diese bearbeitete sie schliesslich am Computer weiter. Entstanden ist ein kurzer Film (oben) über den Winterthurer Sternenhimmel.

Erstellt: 14.08.2015, 17:05 Uhr

In der Nähe von Städten besonders schwer zu fotografieren: Der Nachthimmel mit einer Sternschnuppe (links über dem Hügel). Zum Vergrössern der Ansicht auf das Bild klicken. (Bild: zVg/Christin Necker)

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