Winterthur/Zürich

Juso-Werbung verärgert Passanten

Gestern haben Aktivisten der Juso in Winterthur und Zürich Wahlwerbung mit Farbe auf den Boden gesprüht. Das gefiel nicht allen Passanten. Und die Polizei prüft nun eine Anzeige.

Mit solchen Kreidebotschaften auf dem Boden will die Juso Wählerstimmen für die Nationalratswahlen gewinnen.

Mit solchen Kreidebotschaften auf dem Boden will die Juso Wählerstimmen für die Nationalratswahlen gewinnen. Bild: Leserreporter

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Seit gestern morgen prangen an verschiedenen Orten im Kanton Wahlsprüche und Listenhinweise auf dem Boden vor öffentlichen Gebäuden oder an Tram- und Bushaltestellen. «Nein zum Schnüffelstaat», steht da etwa, oder einfach der Hinweis «Liste 29». Urheber dieser Guerilla-Werbeaktion ist die Juso des Kantons Zürich.

Einige Passanten ärgerten sich über diese Aktion und wandten sich an den «Landboten». Eine Leserin erzählt, beim Technikum in Winterthur sei alles «zugepflastert» mit den Wahlsprüchen. Wie Bianca Lussi, Mediensprecherin bei der Stadtpolizei Winterthur sagt, gingen diesbezüglich bisher zwei Reklamationen bei ihnen ein. Grundsätzlich seien diese Botschaften auf dem Boden laut der städtischen Polizeiverordnung eine Verunreinigung des öffentlichen Eigentums. Entscheidend sei aber auch das Ausmass, ob die Jungpartei mit Konsequenzen rechnen müsse. «So, wie es jetzt aussieht, wird die Aktion wohl kaum Folgen haben für die Juso», sagt Lussi.

Juso versteht die Aufregung nicht

Auch in Zürich war die Partei aktiv. Ein Passant, dem die Botschaften an verschiedenen Tramhaltestellen in Zürich aufgefallen sind, fragt: «Ist das nicht eine Sachbeschädigung?» Offenbar störten sich noch weitere Personen daran und meldeten sich ebenfalls bei der Polizei. Wie Marco Bisa, Mediensprecher bei der Stadtpolizei Zürich bestätigt, seien einige Meldungen aus der Bevölkerung zur Juso-Aktion eingegangen. «Als wir uns die Situation vor Ort anschauten, haben wir bei der Europaallee einige Aktivisten angetroffen und ihre Personalien aufgenommen.» Nun prüft die Stadtpolizei, ob die Aktion für sie strafrechtliche Folgen hat. Auf zivilrechtlichem Weg ebenfalls geprüft wird, ob die Kosten für die Reinigungsarbeiten der Juso auferlegt werden.

Wie Oliver Heimgartner, Co-Präsident der Zürcher Jungsozialisten sagt, bedauert er, dass die Aktivisten daran gehindert wurden, die Wahlbotschaft anzubringen. «Von unserer Seite her sehen wir keinen Grund, inwieweit die Aktion strafrechtlich relevant ist, zumal die Werbung mit abwaschbarer Kreidefarbe aufgetragen wurde.» Laut seinem Kenntnisstand wäre es wäre nur dann eine Sachbeschädigung, wenn sie nicht abwaschbare Farbe verwendet hätten. «Sollten uns tatsächlich die Reinungskosten auferlegt werden, werden wir gegen diesen Beschluss rechtlich vorgehen.»

Erstellt: 09.09.2015, 17:01 Uhr

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