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Bund bestellt Impfstoff«Wir planen mit der Impfung im ersten Halbjahr 2021»

Die Schweiz reserviert 5,3 Millionen Dosen eines Impfstoffs gegen Covid-19. Nora Kronig Romero, BAG-Vizedirektorin, erklärt die Strategie bei der Beschaffung.

Wenn sechzig Prozent der Bevölkerung immun sind gegen das Virus, dann kommt die Pandemie zum Erliegen.
Wenn sechzig Prozent der Bevölkerung immun sind gegen das Virus, dann kommt die Pandemie zum Erliegen.
Foto: Samuel Schalch

Das Bundesamt für Gesundheit hat beim britischen Unternehmen Astra-Zeneca bis zu 5,3 Millionen Impfdosen bestellt. Für den Impfstoff hat der Pharmakonzern Anfang Oktober ein Zulassungsgesuch bei Swissmedic gestellt. Bereits im August hatte der Bund 4,5 Millionen Dosen eines anderen Impfstoffs von Moderna bestellt, zudem steht er mit weiteren Herstellern im Gespräch. Nora Kronig Romero, Vizedirektorin im Bundesamt für Gesundheit, erklärt, wie es nun weitergeht.

Die Schweiz hat 5,3 Millionen Dosen Impfstoff von Astra-Zeneca reserviert. Wann wird der Impfstoff kommen?

Das ist unsicher, aber eigentlich planen wir mit einer Impfung im ersten Halbjahr 2021.

Warum dauert das so lange?

Die Impfstoffe sind mitten in der Entwicklung. Ob sie sicher und wirksam sind, wird derzeit getestet. Wie lange diese Überprüfung noch dauert und wie viel Zeit dann die Produktion braucht, lässt sich nicht voraussagen. Oft dauert die Entwicklung eines Impfstoffes zehn Jahre.

Wie wirkt der Impfstoff?

Der jetzt reservierte Impfstoff bildet Teile der Hülle des Covid-19-Virus auf einem ungefährlichen Virus nach. Er bereitet so das Immunsystem auf die Abwehr von Covid-19 vor. Es gibt aber noch zwei andere Stossrichtungen der Impfstoffentwicklung, bei denen wir ebenfalls genau die Entwicklung beobachten.

«Ein Impfstoff muss zuerst sicher und dann wirksam sein, bevor er eingesetzt werden kann.»

Nora Kronig Romero, Vizedirektorin BAG

Wie gut wird der Schutz sein?

Das kann ich noch nicht sagen. Wir arbeiten eng mit den Unternehmern, den Forschern und Experten zusammen, um das herauszufinden. Ein Impfstoff muss zuerst sicher und dann wirksam sein, bevor er eingesetzt werden kann.

Wer bekommt den Impfstoff, wenn er geliefert wird?

Wir haben das Ziel, Impfstoff für sechzig Prozent der Bevölkerung zu beschaffen. Die werden natürlich nicht alle auf einmal geliefert. Deshalb überlegen wir uns, welche Gruppen von Personen zuerst geimpft werden sollen. Das hängt aber wesentlich von den Eigenschaften des Impfstoffes ab, der Schutz des Gesundheitspersonals ist sicher eine Priorität.

Genügen sechzig Prozent Geimpfte, um das Virus zu stoppen?

Nach dem heutigen Wissensstand braucht es eine Immunisierung von mindestens 60 Prozent, um die Pandemie einzugrenzen und schliesslich zum Erliegen zu bringen. Ein Impfobligatorium kennen wir ja nicht.

Wieso reservieren wir den Impfstoff via Schweden statt direkt beim Hersteller Astra-Zeneca?

Wir sichern die Beschaffung auf drei Arten ab: direkt bei Unternehmen, zusammen mit unseren Nachbarländern oder über globale Plattformen. Alle drei Wege sind für uns sinnvoll. Hier hat die EU die Führung übernommen, und die EWR-/Efta-Staaten werden von Schweden aus bedient. Wir werden aber gleichzeitig und zum gleichen Preis beliefert wie die anderen Staaten.

Und was, wenn der reservierte Impfstoff am Schluss doch nicht kommt?

Wir tun alles, dass wir baldmöglichst einen Impfstoff bekommen. Aber es gibt natürlich ein Risiko, dass ein Stoff in der Prüfung durchfällt. Solche Ereignisse sind vertraglich geregelt.

88 Kommentare
    thomas schneeberger

    Dieses Interview finde ich wertlos. Nichts als "bestätigte" Ungewissheit. Informationsgehalt gleich null. Man könnte ebensogut Mike Shiva selig via ein Medium dazu befragen, wobei da wenigstens der Unterhaltungswert höher wäre.

    Und wenn es mal wirklich Impfstoffe gibt, beginnt das globale Drama wohl erst recht...