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Die USA nach den Präsidentschaftswahlen«Wir verabscheuen und wir hassen uns»

US-Autor George Packer sieht keine Möglichkeit, die tiefe Spaltung Amerikas zu überwinden. Allein Donald Trump könne noch verhindern, dass es nun zu Gewalt komme.

«Alle Trump-Anhänger haben gemeinsam, dass sie die Demokratie fortwerfen wollen»: Proteste in Las Vegas angesichts des knappen Wahlausgangs im US-Bundesstaat Nevada.
«Alle Trump-Anhänger haben gemeinsam, dass sie die Demokratie fortwerfen wollen»: Proteste in Las Vegas angesichts des knappen Wahlausgangs im US-Bundesstaat Nevada.
Foto: John Locher (Keystone)

Waren Sie überrascht vom sehr knappen Ausgang der Präsidentschaftswahlen?

Das Vertrauen in die Umfragen ist seit 2016 zerstört, und sie lagen einmal mehr in Schlüsselstaaten wie Wisconsin und Ohio falsch. Jene Leute, die Umfragen erheben, scheinen in einer Fantasiewelt zu leben. Das Wahlresultat dagegen ist ein Abbild des heutigen Zustands unseres Landes.

Erstaunlich war etwa Donald Trumps klarer Sieg in Florida.

Offenbar hat er vor allem in Miami viel mehr Zuspruch erhalten als erwartet. Denn diese Küstenstadt ist von den Demokraten dominiert. Die Leute wählen eben nicht als ethnische Blöcke, sondern als Individuen. Die Gruppe der Latinos ist vielfältiger als oft angenommen. Donald Trump konnte eine grosse Minderheit von ihnen überzeugen, obwohl er schreckliche Dinge sagt über Einwanderer und viele von ihnen auch schlecht behandelt hat. Und überraschend war auch, dass er bei den Afroamerikanern zugelegt hat. Eigentlich ist es heilsam, zu realisieren, dass Amerika etwas komplizierter ist, als es scheint. Das Verhalten der Bevölkerung ist eben nicht so leicht vorhersehbar.

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