CS-Chef will Schweizer Bürger werden

Tidjane Thiam spricht in einem Interview über den Schweizer Pass, internationale Übernahmen und den Brexit.

Roter Pass in Sichtweite? CS-CEO Tidjane Thiam hat in der Schweiz einen schweren Stand. (14. Februar 2019)

Roter Pass in Sichtweite? CS-CEO Tidjane Thiam hat in der Schweiz einen schweren Stand. (14. Februar 2019) Bild: Ennio Leanza/Keystone

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Tidjane Thiam hält nichts von grenzüberschreitenden Zusammenschlüssen von Banken: «Wir sind sehr skeptisch gegenüber internationalen Übernahmen und Fusionen über Grenzen hinweg», sagte der Chef der Credit Suisse in einem Interview mit der Westschweizer Wirtschaftszeitung «l'Agefi» vom Freitag (Artikel online nicht verfügbar).

Dagegen sei man offen für eine inländische Konsolidierung in Märkten, in denen die CS bereits tätig sei. «Wir können auch mit solchen Banken zusammenarbeiten – aber ohne sie zu kaufen – zum Beispiel, indem wir unser computergestütztes Compliance-System und unsere Plattformen zur Verfügung stellen», sagte Thiam.

Der Brexit sei indes eine böse Überraschung. Zudem führe er zu einem Vertrauensverlust gegenüber dem Vereinigten Königreich, der nicht so schnell verschwinden werde, sagte Thiam. Die Auswirkungen auf die Credit Suisse sind jedoch beschränkt. Lediglich 2 Prozent des Umsatzes seien gefährdet. «Wir sind hier weniger exponiert als der Durchschnitt», sagte der CS-Chef.

Fortschritte in der deutschen Sprache

Auf die Frage, ob er Schweizer Staatsbürger werden möchte, sagte Thiam: «Das möchte ich tun, sobald die notwendigen Voraussetzungen erfüllt sind.» Sein Deutsch sei mittlerweile brauchbar, sein Schweizerdeutsch hingegen nicht, auch wenn er allmählich anfange, mehr zu verstehen.

Dass Thiam damit liebäugelt, Schweizer zu werden, mag für Beobachter überraschend wirken. So schrieb das Onlinemedium finews.ch im vergangenen Dezember, dass sich der Chef der Bank am Zürcher Haupsitz gerne rar mache und womöglich schon den nächsten Karriereschritt plane. «Der analytische Kopfmensch Thiam ist ‹nicht sehr sichtbar›, wie es ein hoher Manager in Zürich diplomatisch umschreibt. Namentlich habe er auch schon Auftritte an Kundenanlässen kurzfristig sausen lassen», ergänzte das Wirtschaftsportal. Ein CS-Sprecher habe dazu bemerkt, dass Thiam im laufenden Jahr 229 Tage in Zürich und 39 Wochenende in Zürich verbracht habe.

(fal/sda)

Erstellt: 31.05.2019, 09:40 Uhr

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