Lohnvergleich

Der grosse Lohnvergleich: Wo Angestellte am meisten verdienen

Wer von den höchsten Löhnen der Schweiz profitieren will, muss nicht mehr wie früher im Kanton Zürich arbeiten. Das zeigt eine Tamedia-Analyse.

Zu den höchsten Löhnen gibts in Zug auch noch die schöne Aussicht. Foto: Getty Images/iStockphoto

Zu den höchsten Löhnen gibts in Zug auch noch die schöne Aussicht. Foto: Getty Images/iStockphoto

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Die höchsten Löhne hierzulande werden nicht in der Stadt Zürich bezahlt. Das Schweizer Wirtschaftszentrum liegt diesbezüglich auf Platz zwei. Am meisten verdient, wer im Kanton Zug arbeitet. Das gilt unbesehen von der Branche: Ob private oder öffentliche Hand, Dienstleistungs- oder Industriesektor, Tief- oder Hochlohnbereich – ausnahmslos führt Zug die Rangliste an.

In der Stadt Basel gibt es die dritthöchsten Löhne im Land, dahinter rangiert der Kanton Genf. Auch diese Rangfolge lässt sich über alle 16 einbezogenen Wirtschaftszweige beobachten. Erst mit einem gewissen Abstand folgt die Stadt Bern.

Diese Daten sind der Lohnanalyse-Plattform Lohncheck.ch zu entnehmen. Sie ermöglicht es, jeweils zwei von fünf Einflussfaktoren auf die Lohnhöhe – Geschlecht, Branche, Arbeitsort, Jobfunktion und Berufserfahrung – beliebig miteinander zu kombinieren. In unserem Beispiel sind Arbeitsort und Branche einander gegenübergestellt. Bei den ausgewiesenen Löhnen handelt es sich um Medianwerte für Vollzeitpensen. Der Medianlohn ist jener Durchschnittslohn, bei dem 50 Prozent der beobachteten Gesamtheit mehr und die anderen 50 Prozent weniger verdienen.

Bundesstadt liegt zurück

Mit Zug, Zürich und Basel-Stadt belegen jene Kantone die Spitzenplätze beim Lohn, die auch in der jährlichen Kantonsrangliste der Credit Suisse regelmässig am besten abschneiden. Die Grossbank bemisst die Standortqualität der Kantone aus Unternehmersicht, etwa anhand der Steuerbelastung, der Verfügbarkeit von hoch qualifizierten Arbeitskräften und der verkehrstechnischen Anbindung. Werden dank dieser Einflüsse neue Firmen angelockt – wie das in den letzten Jahren besonders in Zug zu beobachten ist –, treibt das über kurz oder lang die Löhne in die Höhe.

Die Parallelität von Standortgunst und Lohnhöhe zeigt sich aber auch in umgekehrter Richtung: Schlusslicht in der CS-Kantonsrangliste wie bei den meisten Branchenlöhnen ist der Kanton Jura. Als Tieflohnkanton erweist sich ferner Appenzell Innerrhoden.

In den Kantonen Aargau, Schwyz und Tessin ist das Lohnniveau zum Teil höher als in der Stadt Bern.

Gemäss den Daten verdienen Mitarbeitende im Banken- und Finanzsektor in der Stadt Zürich durchschnittlich 8356 Franken, in der Stadt Basel sind es 7958 Franken, für Bern werden 7285 Franken ausgewiesen und für St. Gallen 7090 Franken. Wer im Maschinen- und Anlagenbau arbeitet, kann für die besagten vier Städte mit durchschnittlich 7087 Franken (Zürich), 6739 Franken (Basel), 6319 Franken (Bern) und 6192 Franken (St. Gallen) rechnen.

Aus den Lohncheck-Daten lässt sich weiter entnehmen, dass das Lohnniveau in Kantonen wie Aargau, Schwyz und Tessin über die verschiedenen Branchen hinweg zumeist ähnlich hoch oder (leicht) höher ist als in der Stadt Bern. Ausnahmen sind die Branchen Baugewerbe/Immobilien und Gewerbe/Handwerk, in denen im Tessin – wohl aufgrund der Nähe zum italienischen Arbeitsmarkt – merklich geringere Löhne üblich sind.

Bern weist insofern eine Besonderheit auf, als die Medianlöhne im ländlichen Raum über jenen in der Stadt liegen. Damit unterscheidet sich Bern von Zürich oder Basel, wo in der Stadt durchwegs mehr verdient wird als auf dem Land. Während Zürich lohnmässig als Banken- und Versicherungsplatz profitiert und Basel als Standort für Pharma- und Medizinaltechnikfirmen, kann die in Bern dominante öffentliche Verwaltung bei der Bezahlung nicht mithalten.

Banken zahlen am besten

Aufgeschlüsselt nach Branchen, ist es der Banken- und Finanzsektor, der hierzulande am besten entlohnt. Dahinter folgen Informatik/Telekommunikation, Medizinaltechnik sowie Chemie/Pharma. Die drei Branchen mit den geringsten Löhnen sind Gastgewerbe/Hotellerie, Detail-/Grosshandel sowie Tourismus/Reisen/Freizeit.

In der Stadt Zürich erstreckt sich die Lohnbandbreite von den bereits genannten 8356 Franken im Banken- und Finanzsektor bis zu 4677 Franken in Gastgewerbe/Hotellerie; dazwischen liegen zum Beispiel die Versicherungen mit 7492 Franken und Detail-/Grosshandel mit 5420 Franken. In Basel reicht die Lohnschere von 7958 Franken (Banken) bis 4593 Franken (Gastgewerbe), wobei für Chemie/Pharma ein Medianlohn von 7242 Franken und für Transport/Logistik ein solcher von 5510 Franken genannt wird.

Was Bern betrifft, so stehen den dortigen Banklöhnen von durchschnittlich 7285 Franken jene in Gastgewerbe/Hotellerie von 4541 Franken gegenüber; die öffentliche Verwaltung kommt auf einen Medianlohn von 6572 Franken, der Bereich Tourismus/Reisen/Freizeit auf 5305 Franken.

Erstellt: 15.01.2020, 06:13 Uhr

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