Die Stunde der Hypothekar-Vermittler

Finanzdienstleister fühlen sich in einer wachsenden Rolle bei der Vergabe von Hypotherkarkrediten. Das sieht auch Moneypark so.

Der Traum vom Eigenheim lebt: Die Finanzierung ist heute vielseitiger als früher. (Keystone/Symbolbild)

Der Traum vom Eigenheim lebt: Die Finanzierung ist heute vielseitiger als früher. (Keystone/Symbolbild)

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In der Vergabe von Hypothekarkrediten kommen die Schweizer Banken immer stärker unter Konkurrenzdruck von neuen Anbietern. Die Hypothekarvermittler drängen auf den Markt. Die Branchenführerin Moneypark habe in den letzten Jahren mehr Filialen eröffnet als alle Banken zusammen, sagt Moneypark-Gründer und CEO Stefan Heitmann.

Hypothekarvermittler offerieren ihren Kunden eine Auswahl an Kreditangeboten – sowohl von Banken, als auch von anderen Kapitalgebern. Zur Zeit gingen noch rund 50 Prozent der von Moneypark vermittelten Hypotheken an Banken, rund 30 Prozent an Pensionskassen und etwa 20 Prozent an Versicherungsgesellschaften, sagte Heitmann im Interview mit der AWP. Gerade bei Hypotheken mit langen Laufzeiten hätten Banken mit ihren Konditionen gegen die anderen Kapitalgeber derzeit «einen schwereren Stand».

Verdoppelung angepeilt

Der Hypothekarmarkt mit seinem Bestand von über 1'000 Milliarden Franken ist laut einer aktuellen Moneypark-Studie im vergangenen Jahr um knapp 35 Milliarden Franken gewachsen. Rund 4 Milliarden hätten sämtliche Hypothekar-Vermittler zum Wachstum beigesteuert, fast gleich viel wie die beiden Grossbanken UBS und CS zusammen, schätzt die Studie.

Die schweizweit mittlerweile an 25 Orten vertretene Moneypark vermittelte 2018 Hypotheken über rund 2,3 Milliarden Franken und erwartet auch in diesem Jahr weiteres Wachstum. Mittelfristig werde eine Verdoppelung des Volumens auf 5 Milliarden Franken angepeilt, sagte Heitmann. Trotz der Investitionen in das Wachstum schreibe Moneypark schwarze Zahlen.

Der Versicherer Helvetia, der an der 2012 gegründeten Moneypark im Jahr 2016 eine Mehrheit übernommen hatte, unterstütze das Unternehmen bei seiner Expansion. «Moneypark ist nicht in Helvetia integriert und hat auch nie irgendwelche Vorgaben bezüglich Produkte oder Partner erhalten», versicherte Heitmann.

Von Zinsphase unabhängig

Dass die neue Konkurrenz ernst genommen wird, zeigt auch die Tatsache, dass erste Banken nun selbst ins Geschäft mit den Fremdhypotheken einsteigen wollen. So hat die Postfinance unlängst eine entsprechende Smartphone-App lanciert. Auch die Regionalbank Valiant will im Herbst ein Angebot in der Ostschweiz lancieren, wie der in den Verwaltungsrat gewechselte frühere Valiant-CEO Markus Gygax im Mai erklärt hatte.

Moneypark-CEO Heitmann sieht diese Entwicklungen derweil als Bestätigung an. Das Modell der Vermittler sei zudem auch nicht von der derzeitigen Niedrigzinsphase abhängig, gab er sich überzeugt. Der Markt biete unabhängig davon starke Wachstumsmöglichkeiten: «Die Differenz beim Hypothekarzins zwischen dem günstigsten und teuersten Anbieter liegt derzeit bei bis zu einem Prozent, in Hochzinsphasen ist das nicht anders.» (fal/sda)

Erstellt: 12.06.2019, 13:12 Uhr

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