Ghosn könnte noch Wochen in Haft bleiben

Gegen den früheren Chef von Nissan gibt es einen weiteren Vorwurf wegen Veruntreuung. Laut einem Bericht bleibt Carlos Ghosn deshalb bis Ende Jahr in Untersuchungshaft.

Soll seine Bezüge zu niedrig angesetzt haben: Ex-Nissan-Chef Carlos Ghosn. (Archivbild)

Soll seine Bezüge zu niedrig angesetzt haben: Ex-Nissan-Chef Carlos Ghosn. (Archivbild) Bild: Joji Sasahara/Keystone

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Ex-Nissan-Chef Carlos Ghosn bleibt einem Zeitungsbericht zufolge möglicherweise bis Jahresende in Haft. Hintergrund sei ein neuer Vorwurf der Tokioter Staatsanwaltschaft, berichtete die Zeitung «Sankei» am Dienstag unter Berufung auf Insider. Ghosn und Ex-Nissan-Manager Greg Kelly sollen demnach ihre Bezüge auch im Zeitraum von 2015 bis 2017 zu niedrig angesetzt haben – bislang war lediglich von den fünf Jahren ab 2010 die Rede.

Sobald die derzeitige Untersuchungshaft am 10. Dezember beendet werde, wollten die Ermittler die beiden Manager erneut festnehmen lassen. Diese zweite Haftperiode könne bis zum 30. Dezember dauern. Die Staatsanwaltschaft lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab.

Seit 19. November in Haft

Ghosn, der auch Chef bei Renault ist, sitzt seit dem 19. November unter anderem wegen des Veruntreuung von Firmengeldern im Gefängnis. Sein Anwalt war zunächst nicht erreichbar.

In Japan können Verdächtige zehn Tage in Untersuchungshaft genommen werden, ein Richter kann diese Frist um weitere zehn Tage verlängern. Anschliessend muss die Staatsanwaltschaft Anklage erheben oder den Verdächtigen freilassen. Bei neuen Vorwürfen kann dieser Prozess wiederholt werden. (chk/sda)

Erstellt: 04.12.2018, 04:20 Uhr

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