Stäfa

Nach Kampfansage durch Bose – Sonova lanciert Produkteoffensive

Der Einstieg des Kopfhörer-Spezialisten Bose in den Hörgerätemarkt fordert die globale Konkurrenz heraus. Die Führungsspitze von Sonova gab sich am Investorentag aber betont gelassen. Konkurrenz belebe das Geschäft, lautet der Tenor beim Weltmarktführer.

Am Investorentag von Sonova am Hauptsitz in Stäfa zeigte sich die Konzernspitze entspannt gegenüber der neuen Herausforderung von Bose in den USA, dem weltweit grössen Hörgerätemarkt.

Am Investorentag von Sonova am Hauptsitz in Stäfa zeigte sich die Konzernspitze entspannt gegenüber der neuen Herausforderung von Bose in den USA, dem weltweit grössen Hörgerätemarkt. Bild: Keystone

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Der US-amerikanische Unterhaltungselektronikhersteller Bose hat mit seiner überraschenden Ankündigung, ins Geschäft mit Hörgeräten für Menschen mit leichtem bis mittelschwerem Hörverlust einzusteigen, die Branche aufgeschreckt. Bose war bisher ausschliesslich für seine Lautsprecher, Kopfhörer und Heimkino-Anlagen bekannt.

Behörde erteilt Bewilligung

Nun plant das Unternehmen, den Markt mit via App und Smartphone selbst anpassbaren und damit kostengünstigeren Hörgeräten zu beliefern. Eine ärztliche Konsultation entfällt. Die US-Gesundheitsbehörde FDA, die für die Zulassung von Wirkstoffen, aber auch von medizinischen Geräten verantwortlich ist, hat dem Begehren grünes Licht erteilt. Ab 2020 sollen diese Over-the-Counter (OTC)-Hörgeräte – also Geräte, die über den Ladentisch verkauft werden – zugelassen werden. Davon versprechen sich US-Politiker eine Entlastung der Gesundheitskosten. Die vor zwei Wochen erfolgte Ankündigung ist eine direkte Kampfansage an die etablierten Hörgerätehersteller, wie Sonova, oder William Demant und GN Store North in Dänemark. Deren Modell basiert auf verschreibungspflichtigen Hörgeräten, mit den entsprechenden Abklärungen bei Audiologen und Hörgeräte-Akustikern.

Als weltweiter Klassenprimus steht Sonova unter besonderer Beobachtung. Die Stäfner Industriegruppe verkauft in ihren eigenen Ketten 15 bis 20 Prozent der Geräte in über 3500 Läden in 18 Ländern. Den Rest seiner Hörgeräteumsätze erzielt das Unternehmen über unabhängige Hörgeräteakustiker, fremde Retailketten – wie die italienische Amplifon – sowie öffentliche Gesundheitseinrichtungen.

Frische Wachstumsimpulse

Am Investorentag von Sonova am Hauptsitz in Stäfa zeigte sich die Konzernspitze entspannt gegenüber der neuen Herausforderung von Bose in den USA, dem weltweit grössen Hörgerätemarkt. Auf dem nordamerikanischen Kontinent erwirtschaftet Sonova über 40 Prozent ihrer Einnahmen. Genauere Details zu dem Produkt von Bose seien seinem Unternehmen bislang noch nicht bekannt, sagte Sonova-CEO Arnd Kaldowski. Es gebe auch noch keine qualitativen Vergleichsstudien mit bereits zugelassenen Hörgeräten.

Kaldowski wies darauf hin, dass Bose wie bei Zulassungen anderer Hersteller in mehr als 40 US-Bundesstaaten ausschliesslich über lizenzierte Audiologen oder Akustiker verkaufen könne und nicht im Bereich OTC. Die US-Gesundheitsbehörde arbeite daran, Zulassungsbestimmungen für eine Kategorie von OTC-Hörgeräten zu definieren. Diese Initiative unterstütze Sonova, da diese neue OTC-Kategorie helfen werde, den Zugang zu und die Finanzierbarkeit von Hörhilfen in den USA zu verbessern. Mit den laut Kaldowski branchenweit höchsten jährlichen Investitionen von Sonova in Forschung und Entwicklung in Höhe von über 140 Millionen Franken «sind wir aber auch künftig in der Lage, Standards zu setzen und führende Hörlösungen anzubieten».

Für frische Wachstumsimpulse bei Sonova soll vor allem die im November anlaufende Produkteoffensive mit der neuen Plattform Phonak Marvel sorgen, die laut Kaldowski neue Massstäbe bei wieder aufladbaren Hörgeräten und direkter Anbindung setzt. Die Plattform setzt auf die Technologie Sonova Wireless One Radio Digital (Sword). Sword ermöglicht eine direkte Verbindung mit jedem Mobiltelefon und Fernsehgerät. Dazu kommt der weitere Ausbau von wiederaufladbaren Hörapparatem.

Erstellt: 16.10.2018, 16:23 Uhr

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