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Berner Skywork Airlines vor dem Aus

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt hat der Skywork Airlines AG aus wirtschaftlichen Gründen die Bewilligung bis Ende Oktober befristet.

Bern ist ein schwieriges Pflaster für Airlines: Ein Flugzeug von Skywork Airlines steht auf dem Flughafen Bern-Belp. (10. Juli 2015)
Bern ist ein schwieriges Pflaster für Airlines: Ein Flugzeug von Skywork Airlines steht auf dem Flughafen Bern-Belp. (10. Juli 2015)
Peter Klaunzer, Keystone

Die Berner SkyWork Airlines verfügt nur noch bis zum Ende dieses Monats über eine Betriebsbewilligung des Bundes. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) hat dem Unternehmen aus wirtschaftlichen Gründen die Betriebsbewilligung auf diesen Zeitpunkt hin befristet, wie es am Montag mitteilte.

Unternehmen der Luftfahrt müssten ihm gegenüber den Nachweis erbringen, dass sie ausreichend finanziert sind, schreibt das Bazl in dieser Mitteilung. Es gehe mit diesem Nachweis um die sichere Abwicklung des Flugbetriebs. Deshalb überprüfe das Bazl periodisch die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Luftfahrtunternehmen.

Im Fall von SkyWork habe das Bazl schon seit geraumer Zeit die Aufsicht verstärkt. Nun sei es der Berner Firma nicht gelungen, einen gesicherten Finanzierungsnachweis für den Winterflugplan 2017/18 vorzulegen, schreibt das Bazl.

Deshalb habe das Amt die Betriebsbewilligung auf Ende Oktober – wenn der Sommerflugplan endet - begrenzt. Wenn es SkyWork gelinge, bis zum Ende dieses Monats den notwendigen Finanzierungsnachweis zu erbringen, könne SkyWork den Flugbetrieb weiterführen.

SkyWork will Nachweis erbringen

Die Pressestelle von SkyWork Airlines gab am Montagnachmittag bekannt, das Management sei derzeit «mit dringenden operativen und kommerziellen Aufgaben beschäftigt». Deshalb könne es die grosse Zahl von Medienanfragen nicht beantworten.

Firmenchef Martin Inäbnit wird mit den Worten zitiert: «Unser Fokus liegt zurzeit im Finanzierungsnachweis, den wir innerhalb der gesetzten Frist erbringen wollen. Daran arbeiten wir mit Hochdruck. Auf den aktuellen Flugbetrieb hat das keinen Einfluss.» Die Firmenspitze arbeitet also an der Rettung des Unternehmens.

Die Flughafen Bern AG teilte am Montag mit, sie habe auch erst am Montag von der Befristung der Betriebsbewilligung erfahren. Sie werde die weitere Entwicklung bei SkyWork «mit grosser Aufmerksamkeit» verfolgen.

Auf die Frage, was es für die Flughafenbetreiberin bedeutete, wenn SkyWork Ende Monat den Betrieb einstellen müsste, sagte Flughafendirektor Mathias Gantenbein, er wolle nicht spekulieren. Im Communiqué steht, die Flughafen Bern AG unterstütze SkyWork weiterhin im Rahmen ihrer Möglichkeiten.

SkyWork betreibt hauptsächlich vom Flughafen Bern aus im Sommer bis zu zwanzig Linien mit Flugzeugen, die zwischen 30 und 50 Plätzen aufweisen. Gemäss Angaben aus dem Jahr 2014 beschäftigt SkyWork Airlines etwa 110 Angestellte.

Immer wieder in Turbulenzen

Es ist nicht das erste Mal, dass die Berner Fluggesellschaft vor dem Aus steht. Schon 2013 schien das Ende nahe, als sich ein Mitglied der Gründerfamilie des Uhrenkonzerns Rolex aus dem Verwaltungsrat zurückzog. Dieses Mitglied war bereit, hohe Millionenbeiträge in die Airline zu investieren. Danach sprangen Berner Investoren ein.

Im Sommer 2014 erteilte das Bazl der SkyWork denn auch eine unbefristete Betriebsbewilligung und im März 2015 sagte der neue Unternehmenschef Martin Inäbnit, erstmals in der Firmengeschichte habe SkyWork im Jahr 2014 einen Bruttogewinn geschrieben.

In letzter Zeit gingen aber wieder Negativ-Meldungen ein. Erst erhielt SkyWork mit Verspätung grössere Flugzeuge, von denen sich das Unternehmen eine Steigerung der Einkünfte erhoffte. Dann strich das Unternehmen den Flug nach Köln. Anfang Oktober teilte die Firma mit, dasselbe geschehe mit der Verbindung von Basel nach London. SkyWork werde folglich künftig nur noch von Bern aus tätig sein.

SDA/rub

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