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Die Deutsche Bank hat einen neuen Chef

Christian Sewing heisst der neue Mann an der Spitze des grössten Geldinstituts Deutschlands.

Der Deutsche startete 1989 seine Karriere beim Geldinstitut: Christian Sewing ist der neue Mann an der Spitze der Deutschen Bank. (2. Februar 2018)
Der Deutsche startete 1989 seine Karriere beim Geldinstitut: Christian Sewing ist der neue Mann an der Spitze der Deutschen Bank. (2. Februar 2018)
Armando Babani, Keystone
Er ersetzt John Cryan, der nach nur knapp drei Jahren geht.
Er ersetzt John Cryan, der nach nur knapp drei Jahren geht.
Boris Rössler/DPA, Keystone
Sewing ist der jüngste Vorstandschef in der Geschichte der Deutschen Bank.
Sewing ist der jüngste Vorstandschef in der Geschichte der Deutschen Bank.
Arne Dedert/DPA, Keystone
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Die Deutsche Bank tauscht nach drei Verlustjahren ihren Chef aus. Der 47-jährige Christian Sewing, einer der beiden Stellvertreter des bisherigen CEOs John Cryan, wird ab sofort auf dem Chefsessel des grössten deutschen Geldhauses Platz nehmen. Der 47-Jährige verantwortete bislang den Unternehmensbereich Privat- und Firmenkundenbank.

Sewing wird der jüngste Vorstandschef in der fast 150-jährigen Geschichte des einstigen deutschen Vorzeige-Instituts und der erste der Nachkriegszeit, der seine Wurzeln im weniger glamourösen Privatkundengeschäft hat. Der Westfale verbrachte fast seine gesamte Karriere bei der Deutschen Bank. Er gilt dort als bestens vernetzt, als Chef der internen Revision und Risikomanager hatte er während seiner Laufbahn auch Gelegenheit den Investmentbankern auf die Finger zu schauen.

«Christian Sewing hat in seinen mehr als 25 Jahren bei der Deutschen Bank konstant bewiesen, dass er führungsstark ist und eine grosse Durchsetzungskraft hat», erklärte Aufsichtsratschef Achleitner nach der rund vierstündigen Sitzung des Kontrollgremiums. «Der Aufsichtsrat ist überzeugt, dass es ihm und seinem Team gelingen wird, die Deutsche Bank erfolgreich in eine neue Ära zu führen. Wir setzen auf die innere Kraft unserer Bank, auf die vielen grossen Talente, die wir haben.»

Der Aufsichtsrat bestimmte überdies die Vorstandsmitglieder Garth Ritchie und Karl von Rohr zu stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden.

Cryan wollte bleiben

Der Wechsel an der Spitze hatte sich in den vergangenen zwei Wochen abgezeichnet, nachdem Cryan nach einer neuerlichen Gewinnwarnung und einem Absturz des Aktienkurses immer mehr unter Druck geraten war. Vor Ostern war dann bekanntgeworden, dass Achleitner nach einem Nachfolger für Cryan sucht. Cryan hatte danach zwar bekräftigt, er wolle bleiben. Rückendeckung aus dem Aufsichtsrat oder von Achleitner persönlich hatte er jedoch nicht bekommen.

«Trotz seiner relativ kurzen Amtszeit als Vorstandsvorsitzender hat John Cryan eine wichtige Rolle in der fast 150-jährigen Geschichte der Deutschen Bank gespielt und Weichen für eine erfolgreichere Zukunft des Hauses gestellt», erklärte Achleitner. «Der Aufsichtsrat ist nach einer umfassenden Analyse aber zum Schluss gekommen, dass es nun eine neue Umsetzungskraft in der Führung unserer Bank braucht.»

Aufsichtsrat trage Mitverantwortung

Investoren äusserten sich in ersten Reaktionen zurückhaltend zu der Personalrochade: «Die Deutsche Bank sollte jetzt die Chance nutzen, ihre Strategie noch einmal auf den Prüfstand zu stellen», sagte Fondsmanager Ingo Speich von Union Investment, einem der grösseren Aktionäre der Bank. «Insbesondere im Investmentbanking gibt es Anpassungsbedarf, eine stärkere Fokussierung ist dort unvermeidlich.»

Von einem der Grossaktionäre, der nicht direkt zitiert werden wollte, hiess es, Sewing habe zwar das Zeug zu einem ordentlichen Vorstandschef, wichtiger sei es jedoch, dass das Strategieproblem der Bank endlich gelöst werde. Nach zwei Führungswechseln in nur sechs Jahren gilt inzwischen auch Aufsichtsratschef Achleitner als angeschlagen - schliesslich steht er schon seit 2012 an der Spitze des Kontrollgremiums und trägt damit Mitverantwortung für die mehrfachen strategischen und personellen Kurswechsel.

SDA/roy

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