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Jahresresultat drückt auf UBS-Aktie

Das Papier der Grossbank verliert zum Börsenstart deutlich. Zuvor hatte die UBS bekannt gegeben, fast 3 Milliarden Franken wegen Trumps Steuerreform abschreiben zu müssen.

Chef Sergio Ermotti: UBS.
Chef Sergio Ermotti: UBS.
Melanie Duchene, Keystone

Die UBS hat 2017 einen Reingewinn von 1,2 Milliarden Franken erzielt. Und das, trotz einer Nettoabschreibung von 2,9 Milliarden Franken, welche die Grossbank infolge der Steuerreform von US-Präsident Donald Trump im vierten Quartal vornehmen musste. Die Revision des Steuergesetzes führt künftig zwar zu tieferen Steuern für die Unternehmen, hat aber jetzt dazu geführt, dass Steuergutschriften weniger wert sind.

Der Reingewinn der UBS fällt so um 63 Prozent tiefer aus als im Vorjahr. 2016 hatte die Bank noch einen Reingewinn von 3,2 Milliarden Franken gemacht. Das Ergebnis entspricht etwa den Erwartungen der Analysten.

Die Zahlen kamen bei den Anlegern nicht gut an: Die Aktie der Grossbank steht kurz nach Eröffnung der Börse knapp drei Prozent im Minus (9:20 Uhr).

Erhöhte Dividende

Die Bank will die ordentliche Dividende auf 0,65 Franken pro Aktie erhöhen. Im Jahr davor wurden 0,60 Franken gezahlt. Für die kommenden Jahre kündigt die Bank an, dass sie die Dividende jährlich im mittleren bis hohen einstelligen Bereich steigern will.

Die Bank kündigte ausserdem ein dreijähriges Aktienrückkaufprogramm von bis zu 2 Milliarden Franken an. 2018 sollen Aktien in Höhe von maximal 550 Millionen Franken zurückgekauft werden.

Sparprogramm erfolgreich

Ohne die Abschreibung wäre der Reingewinn der Bank um 26 Prozent gestiegen und hätte über dem Vorjahr gelegen, teilte die UBS am Montag mit. Geschäftlich war die Grossbank 2017 denn auch erfolgreicher als im Vorjahr unterwegs.

So konnte sie einerseits die Erträge von 28,3 Milliarden Franken 2016 auf 29,1 Milliarden Franken steigern. Dank eines Sparprogramms reduzierten sich auch die Aufwendungen um über eine halbe Milliarden Franken im Vorjahr auf noch 23,7 Milliarden Franken. «2017 war ein hervorragendes Jahr für uns. Wir erzielten ein stärkeres Resultat als im Vorjahr und erreichten unsere anvisierten Nettokosteneinsparungen», kommentiert CEO Sergio Ermotti.

Steigerung in Vermögensverwaltung

Der Vorsteuergewinn ohne Sonderkosten erhöhte sich entsprechend von 4,1 Milliarden Franken auf 5,4 Milliarden Franken. Zu dieser Steigerung beigetragen haben fast alle Geschäftseinheiten.

Besonders im Kerngeschäft, in der Vermögensverwaltung, konnte sich die Bank deutlich steigern. Aber auch die Investmentbank erzielte nach einem deutlichen Gewinneinbruch im Vorjahr wieder ein ansprechendes Ergebnis. Tiefer fiel dagegen der Vorsteuergewinn im Schweizer Geschäft aus.

Milliardenverlust im vierten Quartal

Im vierten Quartal hat die Bank wegen der Abschreibung aufgrund der US-Steuerreform einen Nettoverlust von 2,2 Milliarden Franken gemacht. Ohne Abschreibung hätte sich der Reingewinn auf 641 Millionen Franken belaufen, schreibt die Bank.

Im vierten Quartal verzeichnete besonders der Bereich Investmentbanking einen massiven Rückgang. Hier reduzierte sich der Vorsteuergewinn von 306 Millionen auf noch 49 Millionen Franken. Beim Devisen- Zinspapier- und dem Kreditgeschäft seien die Erträge rückläufig gewesen, schreibt die UBS dazu.

«Leicht enttäuschendes Ergebnis»

Insgesamt habe die UBS ein leicht enttäuschendes Ergebnis publiziert, schreibt die ZKB in einem Kommentar. «Das positivste ist das erzielte Neugeld im Wealth Management, die gruppenweite Kostenperformance sowie die nochmals angestiegenen Kapitalquoten. Das negativste bleibt die schwache Ertragsbasis, die letzten Endes zu einem schwachen operativen Ergebnis insbesondere im Investmentbanking geführt hat», so die ZKB.

Die UBS hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr Nettoneugelder von 103 Milliarden Franken, sowie eine Steigerung der verwalteten Vermögen um 366 Milliarden Franken in den Wealth- und Asset-Management-Einheiten verzeichnet.

Neue Geschäftseinheit

Die Bank kündigt ausserdem in ihrer Mitteilung an, per 1. Februar 2018 die Einheiten Wealth Management und Wealth Management Americas zu einer einzigen globalen Wealth-Management-Unternehmensbereich zusammen. Co-Presidents der Einheit werden Martin Blessing, vormals UBS-Schweiz-Chef und neu President des Wealth Management und Tom Naratil, President UBS Americas.

Beim Ausblick für das Gesamtjahr 2018 bleibt die UBS eher zurückhaltend. Die niedrige Volatilität dürfte kurzfristig bestehen bleiben. Ausserdem dürften anhaltend niedrige und negative Zinssätze in der Schweiz und der Eurozone bremsen. Weiter blieben geopolitische Faktoren ein Risiko, schreibt die Bank. Die Umsetzung der Änderungen der Basel-III-Kapitalstandards werde zudem höhere Kapitalanforderungen und Kosten mit sich bringen.

Tiefere Finanzziele

Für die kommenden drei Jahre hat sich die UBS leicht tiefere Finanzziele gesetzt. Sie korrigierte das Ziel für das Aufwand-Ertragsverhältnis von bisher 60 bis 70 Prozent nach unten, auf tiefer als 75 Prozent.

Ebenfalls leicht tiefer fällt das Profitabilitätsziel für die Jahre 2018 bis 2020 aus. Bisher galt für das Verhältnis von Gewinn zu Eigenkapital abzüglich Goodwill (RoTE) ein Ziel von grösser als 15 Prozent. Neu strebt die UBS ein RoTE von rund 15 Prozent an. Bei den einzelnen Divisionen geht die Grossbank bei der Schweizer Bank von einer tieferen Netto-Zinsmarge aus.

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