Arbeitslosenquote sinkt auf tiefsten Stand seit 10 Jahren

Rekordwert von 2,4 Prozent: Die Arbeitslosenzahlen aufgeschlüsselt nach Kantonen, Geschlecht und Nationalität.

Die Arbeitslosenquote in der Schweiz ist im Mai auf den tiefsten Stand seit zehn Jahren gefallen. Sie sank im Mai auf 2,4 Prozent, nachdem sie im April noch 2,7 Prozent betragen hatte. Damit schlägt die gute Wirtschaftslage weiterhin auch auf den Arbeitsmarkt durch. Einen kleinen Effekt hatten auch Neuerungen bei der Erfassung der Daten.

Insgesamt waren mit 109'392 Personen 8,7 Prozent weniger arbeitslos gemeldet als im Vormonat und knapp 22 Prozent weniger als im Vorjahr, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Donnerstag mitteilte. Saisonbereinigt sank die Arbeitslosenquote auf 2,6 von 2,7 Prozent.

Rückgang stärker als erwartet

Beim unbereinigten Wert fiel die Quote stärker als von Experten erwartet. Die von der Finanznachrichtenagentur AWP befragten Ökonomen hatten einen Wert von 2,5 bis 2,6 Prozent erwartet; bei der saisonbereinigten Quote prognostizierten sie 2,6 bis 2,7 Prozent.

Das Seco macht allerdings einen Vorbehalt zu den neusten Zahlen. Wegen eines neuen, automatisierten Erfassungssystems der Daten seien die Rückgänge von März bis Mai durch die gute konjunkturelle und saisonale Entwicklung allein nicht vollständig erklärbar. Die Abweichung beträgt laut einer Schätzung des Seco allerdings höchstens plus 0,1 Prozentpunkte.

Auch Jugendarbeitslosenquote sinkt

«Die aufgrund der guten Wirtschaftslage erfreuliche Tendenz deutlich sinkender Arbeitslosenzahlen wird damit jedoch nicht relativiert», hiesst es in der Mitteilung. Auch Jugendarbeitslosigkeit deutlich tiefer.

Auch aufgeschlüsselt nach Regionen, Geschlecht, Alter und Nationalität war die Arbeitslosenquote im Mai rückläufig. So nahm die Jugendarbeitslosenquote etwa auf 2,0 von 2,2 Prozent ab.

Nicht völlig überraschend

Insgesamt wurden 185'467 Stellensuchende registriert, 4,4 Prozent weniger als im Vormonat. Umgekehrt suchten Unternehmen mehr Personal: Die Zahl der bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) gemeldeten offenen Stellen erhöhte sich binnen eines Monats um 5,5 Prozent auf 15'218.

Die guten Zahlen vom Arbeitsmarkt kommen nicht völlig überraschend. In der letzten Woche hatte mit dem Einkaufsmanagerindex (PMI) ein wichtiger Vorlaufindikator auf einen robusten Arbeitsmarkt hingedeutet. Bei ihm war die Subkomponente «Beschäftigung» auf einen Rekordwert gestiegen. (oli/dapd)

Erstellt: 07.06.2018, 07:54 Uhr

Aargau über Schweizer Mittelwert

Die Arbeitslosenquote im Kanton Aargau ist im Mai um 0,2 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent gesunken. Damit liegt der Aargau um 0,1 Prozentpunkte über der gesamtschweizerischen Quote.

Bei den sechs Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) und der Pforte Arbeitsmarkt waren Ende Mai im Aargau 9049 Personen als arbeitslos gemeldet. Betroffen sind 4888 Männer und 4161 Frauen. Das sind 787 Personen weniger als im Vormonat.

Die höchste regionalen Arbeitslosenquote weisen die Bezirke Bremgarten und Rheinfelden mit je 2,7 Prozent auf. Dahinter folgen die Bezirke Baden, Kulm und Lenzburg mit je 2,6 Prozent.

Die Arbeitslosenquote in den Bezirken Brugg und Zurzach entspricht dem kantonalen Mittel von 2,5 Prozent. Darunter liegen die Bezirke Aarau, Laufenburg und Zofingen mit je 2,3 Prozent. Der Bezirk Muri weist mit 2,0 Prozent die tiefste regionale Arbeitslosenquote auf.

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