Teuerung in der Schweiz frisst Lohnerhöhung weg

Mitarbeitende mit einem Gesamtarbeitsvertrag haben am Ende des Monats trotz mehr Gehalt nicht mehr Geld im Portemonnaie.

Sinkender Reallohn: Die Leute können sich nicht mehr kaufen als vorher. (30. Oktober 2018)

Sinkender Reallohn: Die Leute können sich nicht mehr kaufen als vorher. (30. Oktober 2018) Bild: Christian Beutler/Keystone

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Die Mitarbeitenden mit einem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) haben dieses Jahr zwar etwas mehr Lohn erhalten. Davon können sich die Leute aber nicht mehr kaufen: Denn wegen der Teuerung dürften die Reallöhne sinken, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Freitag mitteilte.

Laut der Erhebung des BFS haben die Sozialpartner der wichtigsten Gesamtarbeitsverträge (GAV) in der Schweiz haben für das Jahr 2018 eine nominale Erhöhung der Effektivlöhne ( 0,9%) und der Mindestlöhne ( 0,5%) beschlossen. Von der Effektivlohnerhöhung wurden 0,3 Prozent generell und 0,6 Prozent individuell zugesichert.

Weil die Teuerung in diesem Jahr um 1 Prozent zulegen dürfte, dürften die GAV-Reallöhne um 0,1 Prozent sinken, schrieb das BFS. Nach Wirtschaftssektoren betrachtet zeigen sich Unterschiede. Im Industriesektor betrug das Effektivlohnwachstum 0,8 Prozent. Im Dienstleistungssektor 1,0 Prozent.

Keine Lohnerhöhung in der Staatsverwaltung

Auch in der Branchenbetrachtung ergibt sich ein klar differenziertes Bild. Überdurchschnittliche Steigerungen wiesen Verkehr und Lagerei ( 1,6%), Erziehung und Unterricht ( 1,3%), Information und Kommunikation ( 1%) sowie das Gesundheits- und Sozialwesen ( 1%) auf.

Schwächer war die Entwicklung in der Baubranche ( 0,9%), Handel/Instandhaltung und Reparatur von Motorfahrzeugen ( 0,8%), Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen ( 0,7%) sowie Verarbeitendes Gewerbe/Herstellung von Waren ( 0,6%). In der öffentlichen Verwaltung habe es keine Lohnerhöhungen gegeben.

Von den Effektivlohnanpassungen sind nach Aussagen des BFS etwas mehr als 480'000 Personen betroffen, von den Abschlüssen zu den Mindestlöhnen rund 1,36 Millionen. (fal/sda)

Erstellt: 16.11.2018, 10:43 Uhr

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