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SBB hat zu wenig Schweizer Lokführer

Die SBB braucht dringend 40 voll ausgebildete Lokführer. Da laut SBB der Schweizer Markt ausgetrocknet ist, wird das Personal im Ausland rekrutiert - vornehmlich in Deutschland.

Die SBB bestätigte entsprechende Meldungen der "NZZ am Sonntag" und der "Schweiz am Sonntag". Für die Rekrutierung neuer Lokführer beauftragte die SBB den Bahnpersonalanbieter MEV Schweiz aus Basel. Der Auftrag erfolgte freihändig, wie dem Informationssystem über das öffentliche Beschaffungswesen simap zu entnehmen ist. Begründet wird die freihändige Vergabe mit unvorhersehbaren Ereignissen, die die Beschaffung so dringlich machten, dass kein offenes oder selektives Verfahren durchgeführt werden könne. Laut SBB-Sprecher Frédéric Revaz geht die Personalnot bei der SBB auf Baustellen auf dem Schienennetz zurück, die die Einsätze der Lokführer beeinflussen. Hinzu kommen Weiterbildungen für das Europäische Zugsicherungssystem ETCS. Jedes neue System führe zu Ausbildungen und mache zusätzliches Personal notwendig. Zu wenig Personal ausgebildet Der Engpass zeichnete sich allerdings schon länger ab. Bereits im November wurde publik, dass der SBB je nach Standort bis zu 50 Lokführer pro Tag fehlten, weil in den vergangenen zwei Jahren zu wenige ausgebildet worden waren. Um den Engpass kurzfristig zu beheben, wollte die SBB pensionierte Lokführer zurückholen und Teilzeitgesuche ablehnen. SBB-Kader mit Lokführerausbildung sollten wieder vermehrt selber fahren. Langfristig setzt die SBB auf mehr Ausbildungsplätze. 2015 sollen statt 107 neu 169 Lokführerinnen und Lokführer ausgebildet werden. Im Jahr sollen es 194 sein. Den derzeitigen Personalmangel soll MEV Schweiz beheben helfen. Das Personalunternehmen stellt qualifiziertes Bahnfachpersonal zur Verfügung, wie seiner Webseite zu entnehmen ist. Laut Revaz sei das Unternehmen in der Lage, rasch kompetentes Personal zu vermitteln. Die Lokführer werden in der Schweiz während sechs Monaten weitergebildet und dann angestellt.

SDA

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