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Schmuck und Bekleidung verzerren Handelszahlen

Die Einfuhren legten im August deutlich stärker zu als die Ausfuhren. Spezielle Konstellationen prägen die Zahlen.

Grosse Werte: Der herzförmige Diamant «Legende» vor einer Auktion in Genf. (11. Mai 2017)
Grosse Werte: Der herzförmige Diamant «Legende» vor einer Auktion in Genf. (11. Mai 2017)
Martial Trezzini, Keystone

Neben den Ausfuhren haben sich in der Schweiz im August vor allem die Einfuhren dynamisch entwickelt. Die Importe wuchsen gegenüber dem Vormonat um 4,3 Prozent. Die stärksten Wachstumsimpulse kamen dabei aus den Nachbarländern und Asien.

Damit habe sich die steigende Tendenz seit Jahresbeginn noch verstärkt, heisst es in einer Mitteilung der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV). Innert Jahresfrist stiegen die Importe gar um 9,9 Prozent. Verantwortlich für das starke Plus waren vor allem die Einfuhren von Bijouterie und Juwelierwaren (+51 Prozent) sowie die Importe von Energieträgern (+18 Prozent).

Die Zahlen zum Schmuck sind von Monat zu Monat oft grossen Schwankungen unterworfen. «In diesem Sektor gibt es oft grosse Lieferungen», erklärt Salome Studer von der Zollverwaltung auf Anfrage von Redaktion Tamedia. Dabei sei es Zufall, ob diese am 30. eines Monats oder am 1. des folgenden Monats die Grenze überqueren. Das grosse Import-Plus im August könnte auch auf Rücksendungen von zuvor exportiertem Schmuck zurückzuführen sein; Etwa Ausstellungsstücke, die nach einer Messe im Ausland wieder an die Schweizer Hersteller gehen.

Sonderfall Bekleidung

Nach einem starken ersten Halbjahr entwickelten sich die Exporte im August weniger stark. Gegenüber dem Vormonat stiegen sie leicht um 0,7 Prozent. Im Jahresvergleich resultiert eine Steigerung von 3,9 Prozent. Am stärksten erhöhten sich die Exporte von Textilien, Bekleidung und Schuhen (+26 Prozent), während Bijouterie und Juwelierwaren weniger nachgefragt wurden (-13 Prozent).

Der steile Anstieg der Exporte von Bekleidung ist auf die Rücksendungen zuvor importierter Ware aus dem Online-Handel zurückzuführen. Die Zahlen aus diesem Sektor sind durch Reimporte ähnlich verzerrt wie die der Schmuck-Industrie, allerdings folgen sie dem Trend des wachsenden Online-Handels und sind nicht so sprunghaft wie die Schmuck-Importe.

Selbst beim Zugpferd des Aussenhandels der letzten Jahre, der Pharma-Industrie, spielen einzelne grosse Lieferungen laut Studer eine grosse Rolle. So sei die Stagnation der Exporte von Medikamenten und Wirkstoffen im August noch kein alarmierendes Zeichen, sondern könnte Zufall sein.

Die Handelsbilanz weist für den August einen Überschuss von 2,2 Milliarden Franken auf.

Exporte nach China, Kanada und Russland

Die Verkäufe von Schweizer Produkten erhöhten sich auf allen Kontinenten. Am kräftigsten stiegen die Ausfuhren nach Ozeanien (+64 Prozent). Unter den grössten Absatzmärkten nahmen die Lieferungen nach Asien (+8 Prozent) am stärksten zu, wie die Zollverwaltung mitteilt. Für den Anstieg waren hauptsächlich die Exporte nach China (+263 Millionen Franken) verantwortlich.

Die Mehrexporte nach Nordamerika (+2 Prozent) sind ausnahmsweise nicht auf die USA (-1 Prozent), sondern auf Kanada (+35 Prozent) zurückzuführen. Nach Europa (EU: -0 Prozent) ging ein Prozent mehr Waren als im Vorjahr. Diese Zunahme resultierte vor allem aus Mehrverkäufen nach Russland (+84 Prozent) und Deutschland (+7 Prozent).

Dagegen sanken die Exporte nach Frankreich (-19 Prozent) und ins Vereinigte Königreich (-13 Prozent). Auf allen Märkten war die Entwicklung vom Chemie- und Pharma-Sektor geprägt.

(SDA)

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