Digitale TV-Angebote im Check

Swisscom TV, Zattoo oder Netflix? Wie Sie das Fernsehangebot finden, das zu Ihnen passt.

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Geht es um digitale Fernsehangebote, ist zwar alles schön transparent, trotzdem haben Konsumenten Mühe, diese zu vergleichen. Das Problem: Jeder Anbieter schnürt individuelle Pakete, die er in verschiedenen Varianten bewirbt. Der Internet-Vergleichsdienst Comparis hat für zuonline.ch wichtige Vergleichswerte zusammengestellt. Der Fokus liegt dabei auf den klassischen Fernsehpaketen. Streamingdienste wie Netflix, die keine Sender wie SRF beinhalten, wurden in der Tabelle nicht berücksichtigt, sind aber trotzdem ein Thema.

Die Wahl des Angebots hängt entscheidend von den Bedürfnissen ab. Die sportlichen Vorlieben am Bildschirm sind bei der Wahl des Anbieters ein Killer-Kriterium. Für Fussballfans, die mit Vorfreude der Weltmeisterschaft in Russland entgegenfiebern, gibt es dazu eine gute Nachricht: Zusätzliche kostspielige Pakete sind nicht nötig, da das Schweizer Fernsehen die Spiele überträgt. In aller Regel reicht dafür der Standardanschluss in Wohnungen.

Doch die ausführliche Sendezeit zur Fussballweltmeisterschaft könnte bald der Vergangenheit angehören, sagt Jean-Claude Frick, Digital-Experte von Comparis. Dasselbe gilt für die Spiele der Champions League. Aufgrund der immer ­höheren Gebühren verzichten je länger je mehr öffentlich-rechtliche Sender darauf, die Spiele live zu übertragen. So können zum Beispiel die Fans in England schon heute die WM nur noch über kostspielige private Sportkanäle sehen.

WM-Übertragung in UHD

Hartgesottene Fans, die auch technisch auf dem neusten Stand sind, liebäugeln vielleicht damit, Spiele der kommenden Fussball-Weltmeisterschaft in besonders hoher Auflösung zu sehen. Die Swisscom will als erste Anbieterin WM-Spiele in UHD übertragen. Dies gilt für alle Abos. Die Bedingungen sind: Es braucht die neue UHD-taugliche Settop-Box und genügend Bandbreite.

«Swisscom TV L».

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Wem die Schweizer Fussballmeisterschaft am Herzen liegt, kommt auch bei SRF auf seine Kosten — allerdings nur in sehr beschränktem Ausmass: Das Schweizer Fernsehen überträgt pro Runde ein Spiel live. Wer von seinem Stammclub keinen Match verpassen will, muss bei der Swisscom ein Abo mit dem Zusatz Sport lösen. Das liefert die Swisscom-Tochter Teleclub für 29.90 Franken im Monat. Wer für die Bundesliga schwärmt, liegt bei ausländischen Anbietern wie Sky Sports richtig, der für 19.90 Franken im Monat alle Partien überträgt.

Eishockey-Freunde fahren hingegen mit der Konkurrenz von Swisscom besser: Das Zusatzpaket Mysports von UPC bietet für monatlich 25 Franken unter anderem auch alle Spiele der höchsten Schweizer Liga.

Konkurrenz aus dem Internet

Nicht nur die leidenschaftlichen Passivsportler zahlen für digitale Fernsehpakete, sondern auch Leute, die mit Spielfilmen, Dokumentarsendungen, Musik und anderem unterhalten werden wollen. Doch die Konkurrenz durch Streamingdienste hat zugenommen. Es sind längst nicht mehr nur die jungen Leute, die lieber bei Youtube als bei öffentlich-rechtlichen oder privaten Sendern verweilen. Spielfilme können gegen eine Gebühr von wenigen Franken jederzeit bei verschiedenen Anbietern per Video-on-Demand gemietet werden. Und der bekannte Streamingdienst Netflix produziert aufwendige Serien mit Budgets, von denen manche Filmemacher nur träumen können. Serien, die Fans komplett herunterladen und an einem verregneten Wochenende am Stück betrachten können. Sie zahlen dafür zwischen 11.90 und 19.90 Franken pro Monat. Die für solche Angebote notwendige Software und Internet-Hardware sind auf modernen Fernsehgeräten bereits installiert.

Wer Streamingdienste in hoher Auf­lösung nutzt, während allenfalls Mitbewohner auch noch auf das Internet zugreifen, sollte aber daran denken, für den Internetzugang eine genügend grosse Bandbreite zu reservieren.

Wer vor allem Netflix, Youtube oder andere Streamingdienste bevorzugt, braucht die umfangreichen Angebote von UPC, Swisscom, Quickline, Sunrise und Salt im Grunde gar nicht. Dabei geht es um Kosten von jährlich bis zu mehr als 1000 Franken. Und wer darauf verzichtet, erhält trotzdem ein stattliches Grundangebot von rund 80 Fernsehsendern — davon 59 in höherer Auflösung (HD), wie Jean-Claude Frick sagt. Dieses Basisprogramm kann regional variieren. Der Preis dafür wird in der Regel ohnehin verrechnet, Mieter zahlen ihn laut Frick häufig bereits mit den Neben­kosten.

Bilder: Schritt für Schritt zum Netflix Download

Die klassischen Fernsehangebote von UPC, Swisscom, Quickline, Sunrise und Salt haben aber wie auch die Streamingangebote von Wilmaa, Zattoo und Teleboy gewisse Vorteile, die den Mehrpreis für manche Konsumenten rechtfertigen. Ausländer können Sendungen in der Muttersprache aus ihrem Heimatland ­sehen. Zudem gibt es Annehmlichkeiten wie eine integrierte Aufnahmefunktion, die zusätzliche Geräte überflüssig machen. Auch auf das zeitversetzte Fernsehen wollen manche nicht verzichten — so können mehrere Tage alte Sendungen nachträglich geschaut und Werbung übersprungen werden.

Streaming ist günstiger

Zattoo, Wilmaa oder Teleboy sind im Preis günstiger. Sie bieten ihr Paket ohne Settop-Box an. Hier erhalten die Kunden zudem mehr Flexibilität. Während es bei Swisscom, UPC, Quickline, Sunrise und Salt in der Regel einen kombinierten Vertrag für TV und Internetzugang gibt, wählen die Kunden von Zattoo, Wilmaa und Teleboy den Internet-Provider separat aus. Zudem haben sie meist kürzere Kündigungsfristen. Ein Nachteil dieser Variante: Es braucht oft etwas mehr technisches Know-how, um das Signal auf den Fernseher zu bringen. Und bei den Gratisangeboten gibt es häufig ­Werbung, teilweise bei jedem Senderwechsel. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 04.06.2018, 16:48 Uhr

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