Bundesamt-Direktor setzt sich für Spartickets ein

Tarifverbünde sind mit den Spartickets der SBB nicht glücklich. Nun erhalten die Bundesbahnen Unterstützung von prominenter Seite.

Wer zu Randzeiten unterwegs ist, kann mit Spartickets der SBB viel Geld sparen. Bild: Christian Beutler/Keystone

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Bis zu 70 Prozent günstiger mit der Bahn reisen. Das ist mit Spartickets der SBB möglich. Das passt aber regionalen Verkehrsverbünden nicht. Es würden falsche Preis-Erwartungen geschürt, heisst es etwa beim Zürcher Verkehrsverbund (ZVV), wie «20 Minuten» schreibt. Die kritisierten SBB erhalten nun aber Hilfe von oberster Stelle: Der Direktor des Bundesamts für Verkehr setzt sich für die Spartickets ein.

Für Peter Füglistaler, Direktor des Bundesamts für Verkehr, ist klar: Wer in der Schweiz ein Billett für den öffentlichen Verkehr buchen will, dem wird es nicht einfach gemacht. Dies, weil sich die Schweiz zwei Tarifsysteme leistet, wie er auf der Plattform Linkedin schreibt. Einerseits das national ausgerichtete CH-direct, wo auch die SBB dabei sind, andererseits die regionalen Tarifverbünde.

Die Folge davon: Nicht immer kostet eine Fahrt von A nach B gleich viel. Unter Umständen kommen Kunden in der SBB-App zu einem günstigeren Ticket als zum regulären Tarif eines Verbunds. Dies, weil die SBB im Fernverkehr Spartickets anbieten.

Regionalverkehr nicht profitabel

Das Problem ist vielschichtig. Denn der Regionalverkehr innerhalb der Verbünde ist defizitär. Entsprechend wird das Angebot von Kantonen und Gemeinden subventioniert. Anders der Fernverkehr der SBB, der profitabel ist. Die beiden Systeme prallen nun aufeinander.

Damit der Profit im Fernverkehr den Kunden wieder zugute kommt, hat der Preisüberwacher Spartickets durchgesetzt, in diesem Jahr im Rahmen von 100 Millionen Franken. Diese haben den Effekt, dass sie teilweise den Verkehr steuern. Also Kundinnen und Kunden von überfüllten in weniger gut ausgelastete Züge bringen.

Füglistaler schreibt nun, dass auf Sparbillette zu verzichten nicht die Lösung sein könne. Diese hätten die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs für Gelegenheitskunden wesentlich verbessert. Er fordert deshalb, dass die zuständige Organisation für die ÖV-Tarife entscheidfähige Strukturen schaffen und die Tarifvielfalt vereinfachen soll.

Man sei denn auch beim ZVV nicht grundsätzlich gegen Spartickets, sagte ein Sprecher gegenüber «20 Minuten». Aber nicht in der heutigen Form. Denn mit den Spartickets werde der Fernverkehr auf Kosten des Regional- und Ortsverkehrs bevorzugt.

Verbünde wollen prüfen

Das Problem ist auch, dass Verbünde und SBB von anderen Voraussetzungen ausgehen. Die Tarifverbünde rechnen in Zonen ab, die SBB im Fernverkehr in Strecken. Eine Lösung des Problems dürfte entsprechend schwierig zu finden sein. Ein Vorschlag kommt vom Preisüberwacher Stefan Meierhans. Dieser hat sich die Tarifverbünde erst gerade vorgenommen. Mit einem Brief an die Verbünde wollte er in Erfahrung bringen, warum die Verbünde keine Spartickets ausgeben.

Meierhans will, dass für die Streckenabschnitte, wo die Züge des Fernverkehrs der SBB innerhalb von Verbünden genutzt werden, Spartickets angeboten werden. Nun hätten einige Verbünde signalisiert, dass man die Ausgabe von Spartickets vertiefter prüfen will, wie der Preisüberwacher in seinem neuesten Newsletter schreibt. Es könnte also nun Bewegung in die Tarifdiskussion kommen; In der Hoffnung, dass es dereinst einfacher ist, zu günstigen Tickets zu kommen.

Erstellt: 15.07.2019, 17:24 Uhr

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