Die Post drängt ins Geschäft mit Krankenkassen

Post-Chef Cirillo möchte künftig in den Filialen auch Beratungsgespräche anbieten. Bei Briefen rechnet er mit Preishöhungen.

Roberto Cirillo: «Unsere Mitarbeitenden sollen die Kunden bei einer ganzen Palette von Dienstleistungen beraten.»

Roberto Cirillo: «Unsere Mitarbeitenden sollen die Kunden bei einer ganzen Palette von Dienstleistungen beraten.» Bild: Keystone

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Die Post soll neben ihrem Kerngeschäft künftig zu einem Beratungszentrum werden - auch für Fragen zu Krankenkassen oder Versicherungen. Erste Tests dazu seien positiv verlaufen, sagt Konzernleiter Roberto Cirillo.

«Wir müssen ganz besonders das Filialnetz weiterentwickeln und beleben», sagte der Post-Chef am Samstag in einem Interview mit der «Schweiz am Wochenende». Um die Grundversorgung der Schweiz weiterhin eigenwirtschaftlich erbringen zu können, müsse die Post neue Dienstleistungen anbieten, wo es neue Bedürfnisse gebe. «Wir wollen damit verhindern, dass in der Schweiz Dienstleistungswüsten entstehen», sagte Cirillo. Die meisten Dienstleistungsfirmen verschöben ihre Angebote ins Netz und seien nur noch online präsent. Es gebe aber Personen, die den menschlichen Kontakt wollten und suchten.

Diese will der Post-Chef künftig erreichen. Cirillo denkt etwa an Beratungsgespräche für Reiseversicherungen oder Krankenkassen. «Unsere Mitarbeitenden sollen die Kunden bei einer ganzen Palette von Dienstleistungen beraten.» Die Poststellen sollten aber nicht in eine Versicherung, ein Reisebüro oder eine Arztpraxis verwandelt werden.

Höhere Briefpreise möglich

Laut Cirillo muss die Post auch in Zukunft den Grundauftrag garantieren, nämlich den sicheren Transport von Informationen für die Bevölkerung, für Unternehmen und Organisationen. In 15 Jahren werde dieser Transport zum grossen Teil digital stattfinden. Der Preis für das Verschicken von klassischen Briefen dürfte dann höher sein als heute. «Die Frage einer Preiserhöhung wird sich stellen. Aber nicht in den nächsten ein oder zwei Jahren», sagte Cirillo. Der Preis habe sich seit Mitte der Nullerjahre nicht erhöht. Das sei eine sehr lange Zeit. (sda/red)

Erstellt: 12.10.2019, 13:44 Uhr

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