Die Stars fehlen, wer trotzdem ans WEF kommt

In Davos sollen dieses Jahr Benachteiligte und Junge zu Wort kommen.

WEF ohne «Superstars» aber mit US-Ministerdelegation: Neben den zu- und absagenden Teilnehmern macht den Verantwortlichen vor allem der Schnee zu schaffen. Video: SDA

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Das Treffen des Weltwirtschaftsforums (WEF) könnte in diesem Jahr mehr von Inhalten bestimmt werden als von einzelnen Persönlichkeiten. Nach der Absage von US-Präsident Donald Trump und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron haben sich für Davos auf den ersten Blick keine Aufsehen erregenden «Stars» angekündigt.

Es sei an der Zeit, eine neue Herangehensweise an die Globalisierung zu finden, die inklusiver ist, sagte WEF-Gründer Klaus Schwab am Dienstag vor den Medien am Hauptsitz in Cologny GE. «Wir müssen auch nach den Verlierern schauen.» Er sprach von einer «Remoralisierung» von Globalisierung. In Davos sollen in diesem Jahr gerade auch Benachteiligte sowie junge Menschen zu Wort kommen.

Nach wie vor sei die internationale Plattform dazu da, den Zustand der Welt zu verbessern. «Wir haben keine nachhaltigen Visionen», beklagte der 80-jährige Schwab. Ziel des WEF sei es, langfristige Lösungen aufzuzeigen - und nicht bloss an die nächsten Wahlen oder die nächste Veröffentlichung der Finanzzahlen zu denken.

Kein Trump 2.0 am WEF

Aus der Schweizer Regierung werden Bundespräsident und Finanzminister Ueli Maurer sowie Innenminister Alain Berset, Wirtschaftsminister Guy Parmelin und Aussenminister Ignazio Cassis am 49. WEF teilnehmen. Auch SNB-Präsident Thomas Jordan hat sein Erscheinen angekündigt. Aus den Nachbarländern werden die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz erwartet.

Auf der am Dienstag veröffentlichten Teilnehmerliste findet sich niemand aus der US-Regierung. Kurz vor dem Ende der Medienkonferenz verkündete WEF-Präsident Børge Brende jedoch, dass US-Finanzminister Steven Mnuchin, US-Aussenminister Mike Pompeo, Handelsminister Wilbur Ross und Handelsbeauftragter Robert Lighthizer nach wie vor kommen werden. Er habe soeben die Bestätigung erhalten. Auf der Liste finden sich zudem der frühere US-Vizepräsident Al Gore sowie der frühere Aussenminister John Kerry.

Sowohl US-Präsident Donald Trump als auch der französische Präsident Emmanuel Macron, Highlights des Forums im Vorjahr, hatten vergangenen Woche eine Teilnahme abgesagt. Trump begründete dies mit dem Haushaltsstreit mit den oppositionellen Demokraten. Macron deutete als Grund die Proteste der «Gelbwesten» an. Im vergangenen Jahr war der Besuch des US-Präsidenten das Thema Nummer eins gewesen.

Nummer zwei aus China

Unter den bekannteren Gästen des diesjährigen Forums finden sich die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, sowie Uno-Generalsekretär Antonio Guterres.

Auch aus China kommt nur die Nummer zwei. Der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping wird in diesem Jahr nicht ein weiteres Mal erscheinen. Vor zwei Jahren hielt er in Davos eine viel beachtete Rede für freien Welthandel. Stattdessen kommt Vizepräsident Wang Qishan.

Aus Japan wird der japanische Regierungschef Shinzo Abe von einigen Kabinettsmitgliedern begleitet. Aus Russland werden Wirtschafts- sowie Energieminister erwartet. Hoffnungen auf eine mögliche Teilnahme des Präsidenten Wladimir Putins wurden somit ebenfalls enttäuscht. Gross angekündigt wurde derweil Brasiliens neuer Präsident Jair Bolsonaro.

Insgesamt werden mehr als 3000 Teilnehmer erwartet, davon mehr als 1700 Entscheidungsträger aus der Privatwirtschaft. Frauen sind mit 22 Prozent wie immer in der Unterzahl.

In diesem Jahr steht das Treffen, das vom 21. bis 25. Januar in Davos stattfindet, unter dem Motto «Globalisierung 4.0: Das Formen einer globalen Architektur im Zeitalter der vierten industriellen Revolution» (Globalization 4.0: Shaping a Global Architecture in the Age of the Fourth Industrial Revolution). (nag/sda)

Erstellt: 15.01.2019, 16:55 Uhr

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