Fed steuert auf eine Zinserhöhung zu

Die US-Währungshüter sind sich einig, dass «recht bald» eine weitere Anhebung erforderlich wird.

Jerome Powell, FED-Vorsitzender, erscheint auf einem Bildschirm an der New York Stock Exchange. (28. November 2018) Bild: Richard Drew/AP

Jerome Powell, FED-Vorsitzender, erscheint auf einem Bildschirm an der New York Stock Exchange. (28. November 2018) Bild: Richard Drew/AP

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Die US-Notenbank steuert auf eine weitere Zinserhöhung zu, will einen strafferen Kurs aber nicht auf Autopilot stellen. Dies geht aus den am Donnerstag veröffentlichten Protokollen der jüngsten Sitzung vom November hervor.

Demnach waren sich fast alle Währungshüter einig, dass «recht bald» eine weitere Anhebung erforderlich werden dürfte, wenn die Wirtschaft weiter mitspielt. Viele Mitglieder der Fed-Führungsebene gehen allerdings davon aus, dass es auf dem Weg zu höheren Zinsen nötig sein wird, mit Blick auf die weitere geldpolitische Ausrichtung grösseres Augenmerk auf aktuelle Wirtschaftsdaten zu legen. Damit solle die Fed mehr Flexibilität erhalten. Diese Einschätzung deckt sich mit jüngsten Äusserungen von US-Notenbankchef Jerome Powell.

Dieser hatte Sorgen gedämpft, dem Aufschwung drohe durch eine zu straffe Geldpolitik das Aus. Die Politik der stufenweisen Zinserhöhungen sei so angelegt, dass Gefahren ausbalanciert würden. Die aktuelle Leitzinsspanne von 2,0 bis 2,25 Prozent liege «knapp unter» dem geschätzten neutralen Niveau, mit dem die Wirtschaft weder gefördert noch gebremst werde. Diese Passage wurde von einigen Analysten so gedeutet, dass die Fed bei künftigen Zinserhöhungen den Fuss etwas vom Gas nehmen könnte.

Stufenweise Erhöhungen

Dieses Thema wurde auch auf der November-Sitzung angeschnitten. Einige Währungshüter äusserten Sorge, dass weitere Zinserhöhungen die Konjunktur «übermässig bremsen» könnten.

Mehrere Fed-Mitglieder sprachen sich dafür aus, eine bewährte Kernpassage aus dem Begleittext zum Zinsbeschluss auf einer der künftigen Sitzungen auf den Prüfstand zu stellen. Darin signalisiert die Fed seit längerem, dass weitere stufenweise Zinserhöhungen wohl angemessen sind. Sollte es zu einer Streichung kommen, dürfte die Fed danach eine Pause in ihrer bislang straff getakteten Zinserhöhungsphase einlegen.

Sie hat die Zinsen in diesem Jahr bereits drei Mal erhöht und könnte im Dezember nachlegen. Für das nächste Jahr hatte sie drei weitere Schritte nach oben signalisiert. Im Dezember werden dazu neue Prognosen veröffentlicht. Händler rechnen damit, dass die Fed 2019 nur noch eine Erhöhung folgen lassen wird.

(oli/sda)

Erstellt: 30.11.2018, 07:22 Uhr

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