Preise zwingen Schweizer zum Kauf von Reihenhäusern

Der Wunsch nach einem freistehenden Einfamilienhaus hat abgenommen. Laut einer Studie haben Reihenhäuser an Attraktivität gewonnen.

Gut die Hälfte der Schweizer wünscht sich ein Einfamilienhaus, allerdings hat sich die Tendenz im letzten Jahr um 5 Prozent abgeschwächt: Landschaft in Meggen, der steuergünstigsten Gemeinde des Kantons Luzern. (Archiv)

Gut die Hälfte der Schweizer wünscht sich ein Einfamilienhaus, allerdings hat sich die Tendenz im letzten Jahr um 5 Prozent abgeschwächt: Landschaft in Meggen, der steuergünstigsten Gemeinde des Kantons Luzern. (Archiv) Bild: Sigi Tischler/Keystone

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Die Wohnsituation hat sich für die Mehrzahl der Schweizer Bevölkerung in den vergangenen Jahren verbessert. Dennoch träumt knapp die Hälfte gemäss einer Studie von einem freistehenden Einfamilienhaus mit Blick ins Grüne.

Sogar mehr als die Hälfte der Befragten legen Geld dafür zurück, wie aus der am Montag veröffentlichten «Wohntraumstudie 2018/19» des Finanzdienstleisters Moneypark hervorgeht.

Zwischen Eigentümern und Mietern zeichnet sich ein leichter Stadt-Land-Graben ab. 21 Prozent der Mieter möchten im Stadtzentrum leben. Diesen Wunsch teilen hingegen nur zehn Prozent der Eigentümer.

Dies sei wohl dem Umstand geschuldet, dass Objekte in Zentrumslagen nicht nur rar sind, sondern auch die Kaufpreise in den vergangenen Jahren teilweise stark angestiegen sind. Insgesamt stagniert die Eigentumsquote in der Schweiz seit 2017 im internationalen Vergleich bei niedrigen 39 Prozent.

Käufer bevorzugen Reihenhaus

Jeder dritte Käufer sucht länger als ein Jahr nach einer Traumimmobilie, die für 49 Prozent der Befragten das freistehende Einfamilienhaus an ruhiger Lage und mit Blick ins Grüne bleibt. Die Eigenheimkäufer fassten aber aus finanziellen Überlegungen vermehrt den Erwerb eines Reiheneinfamilienhauses ins Auge. Es werde dreimal so häufig wie noch im Vorjahr als ideales Eigenheim in Betracht gezogen, hiess es. Für die Studie wurden insgesamt rund 1000 Eigenheimbesitzer und Mieter im Zeitraum von Oktober 2018 bis Februar 2019 befragt.

Neben einem Garten sind auch die Nähe zum Öffentlichen Verkehr, zu Schulen und Kindergärten wichtig. Der Wunsch nach Einkaufsmöglichkeiten und die Nähe zu Naherholungsgebieten seien derweil in der Deutschschweiz sehr viel stärker ausgeprägt als in der Westschweiz. Ein grosses Ärgernis für Westschweizer, das in der Deutschschweiz weitgehend aber unbekannt ist, ist das auf dem falschen Parkplatz abgestellte Auto.

Westschweizern ist laut der Studie der ökologische Fussabdruck ihrer Immobilie wichtiger als den Deutschschweizern. Der Nutzung von neuen Technologien wie Staubsaugerroboter oder die Licht- und Temperaturregelung durch eine App sind die Eigenheimbesitzer nicht abgeneigt und wollen diese in der Zukunft häufiger nutzen, als sie es aktuell tun.

Makler werden immer wichtiger

Die Hälfte der Schweizer möchten ausserdem mit Blick auf ihre Pension in ihrer jetzigen Liegenschaft wohnen bleiben. Die anderen zeigen sich flexibel, wollen sich eine altersgerechte Immobilie zulegen oder auch im Ausland leben.

Der Wunsch zum Erwerb eines Feriendomizils ist wenig ausgeprägt. Nur gut ein Fünftel der befragten Westschweizer und sieben Prozent der Deutschschweizer möchten in naher Zukunft eine Ferienimmobilie erwerben. Dagegen spricht häufig das fehlende Kleingeld und die lokale Bindung, die man durch einen Kauf eingehen würde.

Zunehmend wichtiger werden Immobilienmakler. Ein Drittel der Deutschschweizer und ein Viertel der Westschweizer können sich vorstellen, sich bei einem Kauf von einem Makler beraten zu lassen. Auch beim Verkauf einer Immobilie sei die Unterstützung durch Makler gefragt. (nag/sda)

Erstellt: 20.05.2019, 10:19 Uhr

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