Trump droht China mit weiteren Strafzöllen

Der US-Präsident giesst bei seinem Besuch in Irland beim Handelsstreit erneut Öl ins Feuer. Pekings Antwort folgt postwendend.

Die Streitigkeiten angekurbelt: Der US-Präsident äussert sich irischen Flughafen Shannon zu den Wirtschaftsbeziehungen mit Peking. (Reuters/Carlos Barria/6. Juni 2019)

Die Streitigkeiten angekurbelt: Der US-Präsident äussert sich irischen Flughafen Shannon zu den Wirtschaftsbeziehungen mit Peking. (Reuters/Carlos Barria/6. Juni 2019)

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Donald Trump hat im wirtschaftlichen Zwist mit der chinesischen Regierung mit neuen milliardenschweren Zöllen gedroht. «Ich könnte noch mindestens um 300 Milliarden Dollar nach oben gehen, und das werde ich zur richtigen Zeit tun», sagte der US-Präsident am Donnerstag in Irland zu Reportern. Welche Waren betroffen sein könnten, liess er offen.

Trump geht nach eigenen Worten aber davon aus, dass eine Einigung noch möglich ist. «Ich denke, dass China einen Deal machen will und ich denke, dass Mexiko einen Deal unbedingt machen will», betonte Trump, bevor er auf dem irischen Flughafen Shannon an Bord der «Air Force One» ging, um zu einer Gedenkfeier nach Frankreich zu kommen.

Das Handelsministerium in Peking erklärte umgehend, die Volksrepublik müsse Gegenmassnahmen ergreifen, sollten die Vereinigten Staaten den Handelskonflikt einseitig eskalieren. Der künftige Kurs im Handelskonflikt hänge von den Amerikanern ab. Die Anwendung von Druck durch die USA habe zu schweren Rückschlägen in den Verhandlungen geführt, kritisierte Ministeriumssprecher Gao Feng.

Erhöhte Spannungen

Die Spannungen zwischen den beiden grössten Volkswirtschaften der Welt sind seit dem Scheitern der Handelsgespräche Anfang Mai stark gestiegen. Seit dem 10. Mai gibt es keine persönlichen Treffen zwischen beiden Seiten mehr. Damals wurden die Zölle für chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar auf 25 Prozent erhöht, was Peking zu Vergeltungsmassnahmen veranlasste.

Der Handelskonflikt USA/China und die angedrohten US-Aufschläge auf Importe aus Mexiko werden nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) keine weltweite Rezession auslösen.

Langsameres Wachstum

Allerdings lasteten die eskalierenden Drohungen auf der Zuversicht der Unternehmen und der Märkte, sagte IWF-Chefin Christine Lagarde der Nachrichtenagentur Reuters. Es werde zwar ein langsameres Wachstum geben, «aber trotzdem noch ein Wachstum».

Nicht nur mit China liegen die USA im Clinch, sondern auch mit Mexiko. «Fortschritte werden gemacht, aber bei weitem nicht genug», twitterte Trump vor den am Donnerstag erwarteten neuen Verhandlungsrunde in Washington. Er wiederholte zugleich seine Drohung, ab Montag Aufschläge von zunächst fünf Prozent auf Importe aus dem südlichen Nachbarland zu verhängen, sollte deren Regierung nicht stärker gegen Einwanderer vorgehen.

(fal/sda)

Erstellt: 06.06.2019, 16:22 Uhr

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