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Die reichste Frau der Welt ist tot

Die L'Oréal-Milliardärin Liliane Bettencourt ist im Alter von 94 Jahren gestorben. Das teilt ihre Familie mit.

Sie wurde 94 Jahre alt: Liliane Bettencourt, hier im Jahr 2007 in Paris.
Sie wurde 94 Jahre alt: Liliane Bettencourt, hier im Jahr 2007 in Paris.
AFP
In den letzten Jahren hatte die Bettencourt-Affäre für zahlreiche Schlagzeilen gesorgt. Diese war im Jahr 2007 durch eine Klage der Tochter, Françoise Bettencourt Meyers (Bild), ausgelöst worden.
In den letzten Jahren hatte die Bettencourt-Affäre für zahlreiche Schlagzeilen gesorgt. Diese war im Jahr 2007 durch eine Klage der Tochter, Françoise Bettencourt Meyers (Bild), ausgelöst worden.
Keystone
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L'Oréal-Erbin und Milliardärin Liliane Bettencourt ist tot. Sie verstarb am Mittwochabend im Alter von 94 Jahren. Bettencourt sei «friedlich» zu Hause verstorben, teilte ihre Tochter Françoise Bettencourt Meyers heute mit.

Die lebenslustige Erbin stand jahrelange im Mittelpunkt von Affären, die in Frankreich viele Schlagzeilen machten. Die sogenannten Bettencourt-Affäre war im Jahr 2007 durch eine Klage der Tochter der reichsten Frau Frankreichs ausgelöst worden. Sie verdächtigte das Umfeld ihrer greisen Mutter, die Milliardärin auszunutzen. Die Angeklagten sollten der seit 2006 an Demenz leidenden Multi-Milliardärin über Jahre hinweg insgesamt mehrere hundert Millionen Euro aus der Tasche gezogen haben.

Die Affäre Bettencourt in Bildern:

Françoise Bettencourt hatte sich monatelang einen erbitterten Familienstreit mit ihrer Mutter geliefert, weil sie die alte Dame als von Mitarbeitern und Beratern ausgebeutet ansah. 2011 erwirkte die Familie der Milliardärin schliesslich, dass diese unter Vormundschaft gestellt wurde.
Françoise Bettencourt hatte sich monatelang einen erbitterten Familienstreit mit ihrer Mutter geliefert, weil sie die alte Dame als von Mitarbeitern und Beratern ausgebeutet ansah. 2011 erwirkte die Familie der Milliardärin schliesslich, dass diese unter Vormundschaft gestellt wurde.
AFP
Ebenso beschuldigt wird Eric Woerth, früherer Budget- und Arbeitsminister unter Sarkozy.
Ebenso beschuldigt wird Eric Woerth, früherer Budget- und Arbeitsminister unter Sarkozy.
AFP
Mit Bettencourt zu tun hatte auch Woerths Ehefrau Florence. Sie war von 2007 bis 2010 Investitionschefin von Bettencourts Familienholding Clymène. Ihr wurde vorgeworfen, dass sie darüber informiert war, dass Bettencourt undeklariertes Vermögen im Ausland angelegt hat. Sie stritt dies aber stets ab.
Mit Bettencourt zu tun hatte auch Woerths Ehefrau Florence. Sie war von 2007 bis 2010 Investitionschefin von Bettencourts Familienholding Clymène. Ihr wurde vorgeworfen, dass sie darüber informiert war, dass Bettencourt undeklariertes Vermögen im Ausland angelegt hat. Sie stritt dies aber stets ab.
AFP
Die Vorwürfe gegen Woerth und Sarkozy ins Rollen brachte Liliane Bettencourts frühere Buchhalterin Claire Thibout (Mitte). Sie sagte aus, Woerth habe 2007 eine illegale Parteispende in Höhe von 150'000 Euro für Sarkozys Wahlkampf von Bettencourts Vermögensverwalter erhalten. Auch Sarkozy selbst habe im Hause Bettencourt Geldumschläge entgegengenommen. Woerth und Sarkozy weisen die Vorwürfe zurück.
Die Vorwürfe gegen Woerth und Sarkozy ins Rollen brachte Liliane Bettencourts frühere Buchhalterin Claire Thibout (Mitte). Sie sagte aus, Woerth habe 2007 eine illegale Parteispende in Höhe von 150'000 Euro für Sarkozys Wahlkampf von Bettencourts Vermögensverwalter erhalten. Auch Sarkozy selbst habe im Hause Bettencourt Geldumschläge entgegengenommen. Woerth und Sarkozy weisen die Vorwürfe zurück.
AFP
Gegen Liliane Bettencourt wurde bisher kein Verfahren eröffnet, auch nicht wegen der mutmasslichen Steuerhinterziehung.
Gegen Liliane Bettencourt wurde bisher kein Verfahren eröffnet, auch nicht wegen der mutmasslichen Steuerhinterziehung.
AFP
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Erst im Mai war ihr langjähriger Vertrauter François-Marie Banier zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Sechs Monate davon setzte das Gericht in Bordeaux zur Bewährung aus. Der Jetset-Fotograf soll die Demenzerkrankung von Bettencourt für sich ausgenutzt haben. Sie stand seit 2011 unter Vormundschaft ihres Enkels.

De frühere Wahlkampfmanager des Ex-Präsidenten Nicolas Sarkozy, Eric Woerth, war von dem Gericht freigesprochen worden. Ihm war vorgeworfen worden, Schwarzgeld für Sarkozys Wahlkampf 2007 angenommen zu haben. Sarkozy amtierte von 2007 bis 2012. Ein eingeleitetes Verfahren gegen Sarkozy selbst war 2013 wegen Mangels an Beweisen eingestellt worden.

Verdienste traten in den Hintergrund

Die grossen Verdienste der reichsten Frau Frankreichs waren angesichts der vielen Affären in den Hintergrund gerückt. Dazu gehört die 1987 gegründete Stiftung Bettencourt Schueller, die Wissenschafts- und Kulturprojekte fördert, aber vor allem ihr Einsatz für den Kosmetikkonzern. Bettencourt war Tochter des Gründers von L'Oréal, Eugène Schueller.

Das Unternehmen wird mittlerweile von den nachfolgenden Generationen kontrolliert. Kurz vor Bettencourts 89. Geburtstag im Jahr 2011 verfügte ein Gericht die Entmündigung der L'Oréal-Erbin, ihr Enkel Jean-Victor Meyers wurde zum Vormund bestellt. «Sie wollen mich einsperren», hatte die Seniorin zuvor einer Zeitung erklärt - und gedroht, im Fall der Entmündigung auszuwandern. Es war das letzte öffentliche Aufbegehren.

Bettencourt stand nach der Forbes-Liste an Stelle 14 der reichsten Menschen der Welt. Ihr Vermögen wurde im März auf 33 Milliarden Euro geschätzt. Bettencourt wäre am 21. Oktober 95 Jahre alt geworden.

(SDA)

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