Migros-Tochter verschickt die falschen Lohnauszüge

Bei Micarna kam es zu einem Fehler beim Versand der Lohnabrechnungen. Zahlreiche Mitarbeiter erhielten den Auszug eines Kollegen.

Alle Mitarbeiter seien auf die Sensibilität der Daten ihrer Kollegen hingewiesen worden. Foto: Keystone

Alle Mitarbeiter seien auf die Sensibilität der Daten ihrer Kollegen hingewiesen worden. Foto: Keystone

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Grosses Verwechslungschaos bei der Migros-Tochter Micarna: Viele der über 3000 Mitarbeiter im Fleischverarbeitungsbetrieb erhielten am Mittwoch per Post zusätzlich zum eigenen Lohnauszug jeweils den eines anderen Mitarbeiters, wie 20min.ch berichtet. Andere erhielten wiederum gar keinen. «Die Verwechslung war heute Tagesgespräch. Die Angestellten haben sich extrem darüber aufregt. Niemand will, dass der andere erfährt, wie viel er verdient», sagt R. A.* (24).

«Ich hatte aufgrund des Durcheinanders Einsicht in das Lohnblatt eines Kollegen und habe gesehen, dass er mehr verdient – obwohl er gleich lang bei Micarna arbeitet wie ich», sagt A. So wie ihm sei es vielen anderen im Betrieb gegangen. «Das wird wahrscheinlich zu Auseinandersetzungen führen.»

Lohnauszug eines Micarna-Mitarbeiters. Quelle: Leserreporter 20 Minuten

Vor allem, weil viele Angestellten laut A. vergebens auf eine Erklärung oder Entschuldigung von Micarna hofften. Das Unternehmen habe ihnen einfach mitgeteilt, sie sollten das falsch versandte Lohnblatt ungeöffnet zurückschicken, sagt A. «Als wären wir schuld am Chaos.»

Lohnauszüge sollen zurückgegeben werden

Bei den Problemen beim brieflichen Lohnversand handelte es sich um «einen technischen Vorfall bei der maschinellen Verpackung einzelner Lohnbriefe», sagt Micarna-Sprecherin Deborah Rutz auf Anfrage. Betroffen seien weniger als 5 Prozent der Mitarbeitenden, also weniger als 150. Die Angestellten seien umgehend über das Problem informiert worden und darüber, wie Betroffene mit vertraulichen Daten umzugehen hätten, so Rutz.

«Einerseits sind Mitarbeitende, die einen nicht an sie adressierten Lohnbrief im Briefumschlag erhalten haben, gebeten, diesen in einen Briefumschlag zu verpacken, zu verschliessen und beim HR-Büro an ihrem Standort abzugeben», sagt Rutz. Andererseits seien alle Mitarbeiter auf die Sensibilität der Daten ihrer Kollegen hingewiesen worden. «In diesem Sinne hat man sie darum gebeten, die Angaben im Sinne der Fairness gegenüber den betroffenen Mitarbeitern vertraulich zu behandeln.»

Die Verantwortlichen hätten sich nach Bekanntwerden des Problems bei den Mitarbeitenden entschuldigt und ihnen umgehende Unterstützung zugesichert, betont Rutz. Eine Untersuchung über die Ursache des Vorfalls sei eingeleitet worden.

* Name geändert (step)

Erstellt: 12.09.2019, 16:06 Uhr

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