Milliarden-Investitionen: So will Nestlé künftig Plastik sparen

Der Nahrungsmittelriese möchte in Zukunft auf alternative Materialien setzen – auch mit Hilfe von Start-ups.

Nestlé sagt dem Plastikmüll den Kampf an: Plastikflaschen vor dem Sortierzentrum der Firma Müller Recycling AG in Frauenfeld. Foto: Gian Ehrenzeller, Keystone

Nestlé sagt dem Plastikmüll den Kampf an: Plastikflaschen vor dem Sortierzentrum der Firma Müller Recycling AG in Frauenfeld. Foto: Gian Ehrenzeller, Keystone

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Nestlé will Verpackungen aus Neuplastik zunehmend durch solche aus rezykliertem Kunststoffen ersetzen. Dafür nimmt der Nahrungsmittelriese bis 2025 knapp 2 Milliarden Franken in die Hand.

Davon stehen 1,5 Milliarden Franken für den Aufpreis für alternative Materialien bereit, wie Nestlé am Donnerstag mitteilte. Die meisten Kunststoffe liessen sich nur schwer für Lebensmittelverpackungen recyclen. Die Folge davon sei ein begrenztes Angebot an wiederverwendbaren lebensmittelverträglichen Kunststoffen.

Nestlé wolle für solche Materialien einen Markt schaffen. Dafür beziehe der Konzern bis 2025 bis zu 2 Millionen Tonnen lebensmittelverträgliche recycelte Kunststoffe. Alleine im Jahr 2018 summierten sich die Plastikverpackungen von Nestlé laut eigenen Angaben auf 1,7 Millionen Tonnen. Unter dem Strich will der Konzern die höheren Kosten für solche Materialien mit operativen Effizienzsteigerungen ausgleichen. Der Aufwand solle sich so nicht auf den Gewinn auswirken.

250 Millionen für Start-ups

Zudem will der Nahrungsmittelmulti die Entwicklung von innovativen neuen Materialien, Nachfüllsystemen und Recyclinglösungen fördern. Zusätzlich zu den eigenen Forschungsaktivitäten lanciert Nestlé deshalb einen Risikokapitalfonds für nachhaltige Verpackungen. Dieser investiert in Start-ups. Dotiert wird der Fonds mit 250 Millionen Franken.

Als weltgrösster Nahrungsmittelhersteller zählt Nestlé auch zu den grössten Plastikverschmutzern. Der Konzern wurde deshalb auch wiederholt von Umweltschützern kritisiert. Im Jahr 2018 verpflichtete sich Nestlé auch dazu, alle Verpackungen bis 2025 recyclingfähig oder wiederverwendbar zu machen. Zudem soll der Bedarf an Neuplastik in derselben Zeitspanne um ein Drittel sinken.

«Kein Plastik sollte auf einer Mülldeponie oder in der Umwelt enden», sagte Nestlé-Chef Mark Schneider im Communiqué. Er lud andere ein, sich dem Konzern anzuschliessen bei seinen Bemühungen, einen breiteren Markt für lebensmittelverträglich recycelte Kunststoffe zu schaffen und die Innovation zu fördern. Nestlé versprach zudem, weitere Initiativen zu entwickeln und regelmässig über die erzielten Fortschritte zu berichten. (sda)

Erstellt: 16.01.2020, 11:00 Uhr

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