Tamedia 2018 mit Gewinnrückgang

Der Betriebsgewinn (Ebit) sank um 27 Prozent auf 131,6 Millionen Franken. Unter dem Strich fiel der Reingewinn um 24 Prozent auf 129,5 Millionen Franken.

Blick auf das Tamedia-Logo in Zürich. (Archiv)

Blick auf das Tamedia-Logo in Zürich. (Archiv) Bild: Ennio Leanza/Keystone

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Das Verlagshaus Tamedia hat im vergangenen Jahr einen Gewinnrückgang ausgewiesen. Grund dafür ist der starke Rückgang bei der gedruckten Werbung. Zudem musste Tamedia eine Wertberichtung infolge des Publicitas-Konkurses vornehmen.

Allerdings hatte der Konzern im Vorjahr von verschiedenen buchhalterischen Sondereffekten profitiert. Unter Ausklammerung aller Sondereffekte liegt das Betriebsergebnis leicht unter Vorjahr.

Der Umsatz kletterte dagegen um 3,7 Prozent auf 1,01 Milliarden Franken. Dies verdankt Tamedia den Übernahmen der Werbevermarktungsfirmen Neo Advertising und Goldbach (letztere konsolidiert seit September), der Basler Zeitung sowie den weiter prosperierenden kommerziellen Digitalangeboten.

Die ausgewiesenen Zahlen liegen leicht unter den Schätzungen der ZKB. Die Zürcher Kantonalbank hatte einen Umsatz von 1,03 Milliarden und einen Ebit von 138,1 Millionen Franken prognostiziert.

Printgeschäft massiv unter Druck

Stark rückläufig waren 2018 erneut die Werbeerlöse in den gedruckten Zeitungs- und Zeitschriftenangeboten. Insgesamt verringerte sich der Umsatz des Geschäftsfeldes Bezahlmedien um 5,7 Prozent auf 569,6 Millionen. Noch stärker litt das Betriebsergebnis, das auf 18 Millionen von 54 Millionen Franken fiel.

Belastend wirkten der Konkurs der Werbevermittlerin Publicitas, Schliessungskosten für die gedruckte Ausgabe der Westschweizer Zeitung «Le Matin» sowie das tiefere Ergebnis der Zeitungsdruckzentren.

Besser lief es im Bereich Pendlermedien und Vermarktung. Hier sind neben «20 Minuten» die Umsätze der neu dazugekommenen reinen Werbevermarktungsunternehmen Neo Advertising und Goldbach (vor allem Bewegtbild) angesiedelt. Insgesamt erhöhten sich die Erlöse um 33,7 Prozent auf 206,4 Millionen Franken. Der Ebit verbesserte sich um 3 Millionen auf 51 Millionen Franken.

Digital treibt Wachstum

Der grosse organische Wachstumsträger war aber auch 2018 das Geschäftsfeld Marktplätze und Beteiligungen. Hier nahm der Umsatz um 7,3 Prozent auf 252,8 Millionen zu, der Ebit verbesserte sich überproportional um 11 Millionen auf 70 Millionen Franken, was einer Marge von 27,8 Prozent entspricht. Besonders gut präsentierten sich gemäss Mitteilung die Plattformen Jobcloud, Homegate, Olmero und Doodle.

Alle digitalen Angebote zusammengenommen steuern mittlerweile über 43 Prozent zum Umsatz und 86 Prozent zum Ebit von Tamedia bei.

Unternehmensstruktur wird überprüft

Tamedia will in den nächsten drei Jahren den digitalen Teil seines Kerngeschäftes Publizistik stärken und dafür 30 Millionen Franken investieren. Zwei Drittel davon sollen im redaktionellen Bereich der Bezahlmedien und ein Drittel im kommerziellen Bereich eingesetzt werden. Ziel ist es, neue digitale Angebote zu lancieren, die den Ansprüchen und Gewohnheiten der Nutzerinnen und Nutzer entsprechen.

Überprüft werden zudem die gesamte Unternehmensorganisation. Tamedia will so optimale Voraussetzungen für Transparenz und Wachstum in allen Geschäftsfeldern schaffen. Das Projekt soll bis im Sommer tragfähige Entscheidungsgrundlagen schaffen.

Wechsel im Verwaltungsrat

Im Verwaltungsrat kommt es zu einem Wechsel in der Vertretung der Besitzerfamilie. Der Generalversammlung vom 5. April wird die Zuwahl von Andreas Schulthess vorgeschlagen – Martin Coninx tritt dagegen zurück.

Der 48-Jährige Betriebswirtschafter Schulthess vertrat die Besitzerfamilie bereits von 2007 bis 2013 im Verwaltungsrat. Zuletzt war er von 2015 bis 2018 als Personalleiter Schweiz beim Rückversicherer Swiss Re tätig.

Coninx tritt entsprechend der familieninternen Rotation aus dem Verwaltungsrat zurück. Er gehört demselben Familienstamm der Gründerfamilie wie Andreas Schulthess an. Coninx bleibe Tamedia als Aktionär und Mitglied des Pools der Familienaktionäre verbunden. (nag/sda)

Erstellt: 12.03.2019, 07:47 Uhr

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