Schweiz erreicht Verschärfung bei Plastik-Pakt

Plastikmüll aus reichen Ländern verschmutzt Strände in Asien. Ein internationales Abkommen soll nun die Lage verbessern – es wird als «historisch» gefeiert.

Angeschwemmter Plastikmüll an einem Strand bei Mumbai

Angeschwemmter Plastikmüll an einem Strand bei Mumbai Bild: Reuters

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Auf Drängen der Schweiz haben sich 187 Staaten auf eine Verminderung der Risiken von Chemikalien und gefährlichen Abfällen - darunter Plastik - geeinigt. Während rund zwei Wochen hatten Delegationen aus aller Welt bis Freitagabend in Genf um Anpassungen der Stockholmer, Rotterdamer und Basler Konvention gerungen.

In diesen Konventionen wird die Verminderung der Risiken von Chemikalien und gefährlichen Abfällen geregelt. Die Schweizer Delegation hatte sich an der Konferenz dafür eingesetzt, dass für die Stockholmer und Rotterdamer Konvention ein Kontrollmechanismus nach dem Vorbild der Basler Konvention eingerichtet wird. «Das ist ein Erfolg für die Schweiz», sagte Franz Perrez vom Bundesamt für Umwelt (Bafu) und Leiter der Schweizer Delegation an der Konferenz.

Mehr Plastik als Fische?

Weit mehr als 100 Millionen Tonnen Abfall verseuchen laut der Uno bereits die Weltmeere - und jährlich kommen geschätzt weitere 10 Millionen Tonnen hinzu. Bilder von gewaltigen Müllstrudeln auf dem Wasser ebenso wie von völlig verdreckten Stränden sind um die Welt gegangen. Und bereits im Jahr 2050 könnte in den Ozeanen mehr Plastik treiben als Fische darin schwimmen, warnte die Uno im vergangenen Jahr.

Ein erheblicher Teil des Kunststoffs, der in die Meere gelangt, stammt aus unkontrollierter Abfallentsorgung auf dem Festland. Bislang müssen nur Kunststoffe, die als gefährlich eingestuft sind, bei Exporten kontrolliert werden.

Neu sollen verunreinigte und nicht vorsortierte Plastikabfälle als meldepflichtiger Abfall in die Basler Konvention aufgenommen werden. Damit können auch diese erst exportiert werden, nachdem das Empfängerland über die Einfuhr informiert wurde und seine Zustimmung gegeben hat. Rolph Payet vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen sagte, das Rahmenabkommen sei «historisch in dem Sinne, dass es rechtlich bindend» sei. «Es wird ein transparentes und zurückverfolgbares System für Export und Import von Plastikmüll geben.»

Aus den Augen, bald im Meer

Staaten wie die USA und Kanada exportieren laut Umweltschutznetzwerk IPEN (International POPs Elimination Network) schon seit viel zu langer Zeit ihren giftigen Plastikmüll in asiatische Länder; dabei behaupteten sie, dieser würde dort sachgemäss recycelt.

«Der Grossteil des verunreinigten Mischabfalls kann aber nicht recycelt werden und wird daher auf Müllkippen gebracht, verbrannt oder findet seinen Weg in die Ozeane», sagte die IPEN-Expertin Sara Brosche. (sda/red/afp)

Erstellt: 11.05.2019, 14:35 Uhr

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