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Listerien in Steinerberg SZZehn Todesfälle: Strafverfahren gegen Käserei eröffnet

In einer Schwyzer Käserei sind Listerien gefunden worden. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung und Körperverletzung sowie Widerhandlung gegen das Lebensmittelgesetz.

Listerien in Schwyzer Käse sollen für Todesfälle verantwortlich sein. (Symbolbild)
Listerien in Schwyzer Käse sollen für Todesfälle verantwortlich sein. (Symbolbild)
Foto: Gaetan Bally (Keystone)

Zehn Personen sollen gestorben sein, weil sie mit Listerien verseuchten Käse aus einer Schwyzer Käserei gegessen hatten. Die Staatsanwaltschaft Innerschwyz hat gegen den Betreiber der mittlerweile geschlossenen Käserei ein Strafverfahren eröffnet.

Es bestehe der Verdacht auf mehrfache fahrlässige Tötung, mehrfache fahrlässige Körperverletzung sowie Widerhandlung gegen das Lebensmittelgesetz, teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Der Kantonschemiker der Urkantone hatte im Juli Strafanzeige eingereicht.

Demnach seien 34 Erkrankungen aus den Jahren 2018 und 2020 mutmasslich auf denselben Listerien-Stamm zurückzuführen, wie er im Brie der Käserei nachgewiesen wurde. Zehn der 34 erkrankten Personen sind gemäss der Strafanzeige verstorben.

Anfang Mai waren bei einer internen Inspektion Listerien in Produkten der Käserei Vogel in Steinerberg SZ gefunden worden. Die Käserei informierte ihre Abnehmer und forderte sie auf, die Produkte aus den Regalen zu nehmen.

Sie alarmierte auch das Labor der Zentralschweizer Kantone und das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) über die Kontamination. Dieses gab daraufhin eine Warnung heraus.

Auf ältere Fälle gestossen

Erst durch danach eingeleitete wissenschaftliche Analysen im Auftrag des Bundes habe man auch Zusammenhänge zu Erkrankungsfällen im Jahr 2018 herstellen können, sagte Staatsanwältin Franziska Steiner auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Im Rahmen der Untersuchung würden nun der Beschuldigte und weitere Personen, insbesondere Experten, befragt.

Zu den einzelnen Fällen konnte die Staatsanwältin keine Angaben machen. Im vergangenen Mai war publik geworden, dass sich vier Spitalpatienten im Wallis mit Listerien infiziert hatten, nachdem sie vom besagten Käse gegessen hatten. Einer von ihnen, der an einer schweren Krebserkrankung litt, starb an den Folgen der Infektionskrankheit.

Bei Personen mit intaktem Immunsystem verläuft die Infektion mit Listerien meist milde oder sogar ohne Symptome. Bei immungeschwächten Menschen hingegen können sich aufgrund der Bakterien eine Reihe schwerer Symptome entwickeln, die unter Umständen zum Tod führen könnten. Während der Schwangerschaft kann eine Listerien-Infektion zu einer Fehlgeburt führen oder das Kind kann mit einer Blutvergiftung oder Hirnhautentzündung geboren werden.

red