Zollikon

Zollikon nimmt wieder bis zu 80 Asylsuchende auf

In wenigen Tagen wird das Durchgangszentrum in Zollikon wieder in Betrieb genommen. Die Unterkunft, die zuletzt 2012 geöffnet war, bietet Platz für bis zu 80 Personen. Alle anderen Asylzentren im Kanton sind derzeit voll belegt.

Das Durchgangszentrum in Zollikon wird wieder in Betrieb genommen (das Bild zeigt das Zentrum im Jahr 2008).

Das Durchgangszentrum in Zollikon wird wieder in Betrieb genommen (das Bild zeigt das Zentrum im Jahr 2008). Bild: Archiv ZSZ

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Monat für Monat nimmt die Zahl der Flüchtlinge, die in die Schweiz kommen, zu. Gemäss der Asylstatistik des Bundes waren Ende August schweizweit 54 250 Menschen im Asylprozess. In den 17 Asylzentren des Kantons Zürich wird es deshalb langsam aber sicher eng. Um Platz für Neuankömmlinge zu schaffen, hat das kantonale Sozialamt beschlossen, die Asylunterkunft Buechholz in Zollikon in einigen Tagen wieder in Betrieb zu nehmen. Die unterirdische Truppenunterkunft liegt auf dem Areal des Schulhauses Buechholz und bietet Platz für maximal 80 Personen. Wann die Flüchtlinge eintreffen und wie viele es sein werden, ist gemäss Auskunft des kantonalen Sozialamtes im Moment noch unklar.

In der Regel bleiben die Asylsuchenden vier bis sechs Monate in der provisorischen Unterkunft. In den vergangenen Jahren wurde das Zentrum in der Regel nach rund sechs Monaten wieder geschlossen. Wie lange es dieses Mal offenbleiben wird, ist noch nicht definiert.

Keine Konflikte im Dorf

Das Zentrum Buechholz dient dem Kanton als Reserveunterkunft. In der Vergangenheit wurde es immer dann als Durchgangszentrum genutzt, wenn die Zahl der Asylsuchenden am grössten war. Das letzte Mal war die Unterkunft vom Herbst 2011 bis Frühling 2012 geöffnet. Als Folge des arabischen Frühlings kamen damals vor allem Tunesier nach Zollikon. Gemäss der Asylstatistik des Bundes stammen derzeit die meisten Flüchtlinge aus Eritrea und Syrien.

In Zollikon ist es bislang noch nie zu grösseren Schwierigkeiten zwischen der Bevölkerung und den Asylsuchenden gekommen, wie Gemeindeschreiberin Regula Bach sagt: «Wir hatten zwar jedes Mal einige Fragen aus der Bevölkerung. Das Zusammenleben hat sich dann aber immer in relativ kurzer Zeit gut eingespielt.» Betreut werden die Asylsuchenden in Zollikon wie schon in den früheren Jahren im Auftrag des kantonalen Sozialamtes von der privaten Firma ORS Service AG. Die ORS mit Sitz in Zürich ist eine bedeutenden Playerin im Geschäft mit den Asylsuchenden. Sie betreut in der Schweiz, in Österreich und in Deutschland Asylunterkünfte und Flüchtlingslager. Das Unternehmen geriet kürzlich in die Schlagzeilen wegen angeblich unhaltbaren Zuständen in einem überfüllten Asyllager in Österreich.

Erstellt: 10.09.2015, 14:45 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.

Kommentare

Werbung

Branchenbox

Die wöchentliche Seite in der Printausgabe des «Zürcher Unterländer». Ihre Kontaktangaben immer online abrufbar.