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Uneinigkeit zwischen OrganisationenZu wenig oder genug Butter in der Schweiz?

Die Branchenorganisation Milch beantragt beim Bund den Import des Produkts. Der Bauernverband reagiert verärgert über das Begehren.

Ein beliebtes Alltagsprodukt soll teuer werden: Bei der Butter herrscht keine Einigkeit.
(KEYSTONE/Gaetan Bally/26. November 2019)

Die Schweizer Milchwirtschaft produziert derzeit zu wenig Butter für die Nachfrage. Deshalb beantragt die Branchenorganisation (BO) Milch beim Bund den Import von 1000 Tonnen Butter. Zudem wird die Butter teurer.

Ohne den Import zeichnet sich bis Ende Jahr ein Versorgungsengpass ab, wie die BO Milch am Donnerstag mitteilte. Derzeit ist die Versorgungslage indessen noch ausreichend. So liegen 1500 Tonnen in den Tiefkühllagern. Für die Versorgung das ganze Jahr über sollten es aber Ende April 4000 bis 5000 Tonnen sein.

Und der Butterabsatz in der Schweiz ist in den letzten Wochen gestiegen. Andererseits liegt die Butterproduktion seit Monaten unter jener in den Vorjahren. Sie hätte die Butter eigentlich lieber aus einheimischer Produktion bezogen statt einen Importantrag zu stellen, schreibt die BO.

Aufgrund des knappen Angebots auf dem Markt für Milchfett dürfte sich die Butter leicht verteuern. Der Antrag auf Butterimporte war für die Organisation nur möglich, weil sich die Akteure auf die Weitergabe des Mehrpreises einigten. Die Milchlieferanten können so mit einem Aufpreis von 0,6 bis 1 Rappen pro Kilogramm Milch rechnen.

Ein «absolutes No Go»

Der Schweizerische Bauernverband reagierte geharnischt auf das Importbegehren. Butterimporte seien ein «absolutes No Go», schreibt der Verband. Die Butterlager sind demgemäss in den letzten Wochen gewachsen. Die Milchproduzenten müssten immer noch Abzüge in Kauf nehmen für den Export von Milchfett. Die Produzentenpreise würden im Mai teilweise sinken und die in Aussicht gestellte Preiserhöhung sei deshalb ungenügend.

In der Schweiz werden pro Jahr rund 43‘000 Tonnen Butter verkauft. In der BO Milch sind die Produzenten, aber auch die Industrie vertreten.

SDA