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Neue Sprayerei sorgt für WirbelZürcher Kunsthaus reicht Strafanzeige gegen Harald Naegeli ein

Der Künstler soll ein Graffiti an der Fassade des Museums angebracht haben. Die Stiftung Zürcher Kunsthaus spricht von Sachbeschädigung

«Lasst mein Werk für mich sprechen.» Harald Naegeli zeigt sich nicht gern in der Öffentlichkeit. (2017, Pro Litteris, Zürich.)
«Lasst mein Werk für mich sprechen.» Harald Naegeli zeigt sich nicht gern in der Öffentlichkeit. (2017, Pro Litteris, Zürich.)
Archivbild Doris Fanconi

Der bekannte Künstler Harald Naegeli soll Graffiti an den Fassaden des Zürcher Kunsthaus angebracht haben. Die Stiftung Zürcher Kunsthaus, welche die Liegenschaften des Kunsthauses verwaltet, hat ihn wegen Sachbeschädigung angezeigt und die Sprayereien entfernen lassen, wie ein Sprecher des Museums am Dienstag eine Meldung von «Lokalinfo» bestätigte. Die Graffiti seien um den 20. April herum entdeckt worden. Harald Naegeli sei auf den Videoaufnahmen einwandfrei identifiziert worden. Die Sprayereien seien mittlerweile entfernt worden.

Der 80-jährige Harald Naegeli erlangte Ende der 1970er-Jahre Berühmtheit, als er nachts und anonym die sauberen Wände Zürichs mit 400 bis 600 langgliedrigen Strichfiguren bemalte.

Mit diesen Provokationen löste er einen Riesenwirbel aus und wurde gerichtlich verfolgt. 1981 verurteilte ihn das Zürcher Obergericht wegen Sachbeschädigung zu neun Monaten Gefängnis und einer saftigen Busse. Naegeli floh nach Deutschland und malte dort seine Graffitis. Aus dem «Sprayer von Zürich» wurde ein international bekannter Künstler.

SDA

54 Kommentare
    Roger Manhart

    Anzeige gegen und Vernichtung des Kunstwerks von Harald Naegeli am Eingang des Kunsthauses - eine voreilige und völlig unverständliche Überreaktion, die dringend korrigiert werden muss! Wie viele Zürcher bin ich entzückt von den Werken Naegelis, dem Überraschungseffekt ihres Erscheinens und der Qualität ihres Ausdrucks - sie gehören geschützt und konserviert!

    Mit ihrem Vorgehen disqualifiziert sich die Direktion des Kunsthauses und stossen die Kunstwelt vor den Kopf!