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Jegge-Opfer akzeptiert Verfahrenseinstellung

Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat das Verfahren gegen den einstigen «Lehrer der Nation» Jürg Jegge eingestellt. Die Vorwüfe wegen Kindesmissbrauchs seien verjährt.

Jürg Jegge in seinem Büro in Rorbas (2011).
Jürg Jegge in seinem Büro in Rorbas (2011).
Gesa Lüchinger
Jürg Jegge stellt im Jahr 1977 sein Buch «Dummheit ist lernbar» vor.
Jürg Jegge stellt im Jahr 1977 sein Buch «Dummheit ist lernbar» vor.
Str, Keystone
Im Buch setzt er sich kritisch mit dem schweizerischen Schulsystem auseinander.
Im Buch setzt er sich kritisch mit dem schweizerischen Schulsystem auseinander.
Str, Keystone
Bei der Berner Versammlung zur Zivildienstinitiative im Februar 1984 trat der Zürcher Lehrer und Liedermacher mit Gitarre auf.
Bei der Berner Versammlung zur Zivildienstinitiative im Februar 1984 trat der Zürcher Lehrer und Liedermacher mit Gitarre auf.
Str, Keystone
Der Sonderschullehrer und Autor wird nun des Missbrauchs bezichtigt.
Der Sonderschullehrer und Autor wird nun des Missbrauchs bezichtigt.
Børgen Herzog
Sein ehemaliger Schüler Markus Zangger hat mit einem Enthüllungsbuch den Fall Jegge ins Rollen gebracht.
Sein ehemaliger Schüler Markus Zangger hat mit einem Enthüllungsbuch den Fall Jegge ins Rollen gebracht.
Keystone
Markus Zangger (links) und der Journalist Hugo Stamm (rechts) an der Medienkonferenz in Zürich zur Vorstellung des Enthüllungsbuchs von Zangger. Jegge soll den Buchautor über Jahre sexuell und psychisch missbraucht haben. (4. April 2017)
Markus Zangger (links) und der Journalist Hugo Stamm (rechts) an der Medienkonferenz in Zürich zur Vorstellung des Enthüllungsbuchs von Zangger. Jegge soll den Buchautor über Jahre sexuell und psychisch missbraucht haben. (4. April 2017)
Walter Bieri, Keystone
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Das Strafverfahren gegen den ehemaligen Zürcher Sonderschullehrer Jürg Jegge ist juristisch endgültig beendet: Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren eingestellt. Sein ehemaliger Schüler Markus Zangger, der mit seinem Buch den Fall ins Rollen brachte, akzeptiert das.

Die Staatsanwaltschaft habe seriös und gut gearbeitet, sagte Zangger am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Dass es nun nicht zur Anklage und zum Prozess gegen Jegge kommt, ist für den ehemaligen Schüler des Reformpädagogen in Ordnung. Er wolle die Einstellungsverfügung nicht anfechten. Er könne damit leben, es sei alles gesagt, so Zangger. Wichtig ist ihm jedoch, dass die Staatsanwaltschaft in der Einstellungsverfügung deutliche Worte nutzt. «Diese zeigen, dass ich im Recht war.»

Persönlichkeiten verletzt

Die Staatsanwaltschaft schreibt, dass Jegge die Persönlichkeit seiner ehemaligen Schüler verletzt habe. Dabei spiele es keine Rolle, ob die Vorfälle verjährt seien oder nicht. Jegge habe «in zivilrechtlich vorwerfbarer Weise gegen geschriebene Verhaltensnormen verstossen» und somit widerrechtlich gehandelt.

Es sei deshalb richtig, ihm die Verfahrenskosten aufzuerlegen. Jegge kündigte allerdings bereits zu einem früheren Zeitpunkt an, diese 4400 Franken nicht tragen zu wollen und reichte Beschwerde ein. Die Staatsanwaltschaft befragte während Wochen mögliche Missbrauchsopfer des Reformpädagogen. Sie kam jedoch zum Schluss, dass die Strafen entweder verjährt sind oder keine strafbaren Handlungen stattfanden. Auch ein Aufruf in den Medien, der weitere Opfer bat, sich zu melden, brachte nichts.

Zangger hat Verständnis dafür, dass sich keine weiteren Betroffenen meldeten. «Ich habe mein Ziel dennoch erreicht.» Das Schweigen sei gebrochen, die Öffentlichkeit über den Manipulator Jegge informiert.

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