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Mit 200 km/h durch Kloten: Raser dank Handyfilm überführt

Laut Staatsanwalt ist die Geschwindigkeit ein Rekordwert in der Tempo-60-Zone. Jetzt wurde der junge Raser verurteilt.

Der 27-jährige Raser ist verurteilt worden. Symbolbild: Dorothea Müller/Keystone
Der 27-jährige Raser ist verurteilt worden. Symbolbild: Dorothea Müller/Keystone

Ein heute 27-jähriger Mann war an einem Abend im März 2015 mit dem BMW M3 seines Bruders auf der Steinackerstrasse in Kloten unterwegs. Auf der Strecke gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 60. Daran hielt er sich nicht.

Der Kaufmann beschleunigte bis auf 200 Kilometer pro Stunde. Deshalb musste er sich am Dienstag vor dem Bezirksgericht Bülach verantworten. Laut Raserstaatsanwalt Jürg Boll ist dies die höchstgemessene Geschwindigkeit innerorts im Kanton Zürich.

Zum Verhängnis wurde ihm aber nicht eine Polizeikontrolle, sondern ein Video, das sein Kollege von der Fahrt mit dem Handy vom Strassenrand aus gemacht hatte, wie 20min.ch mit Bezug auf die «Neue Zürcher Zeitung» berichtet.

Die Behörden haben dieses zwei Jahre später im Zusammenhang mit einem Verfahren gegen den Kollegen entdeckt. Die Auswertung stellte eindeutig eine Überschreitung der Geschwindigkeit von 140 km/h fest. Gegen den Beifahrer läuft ein Verfahren wegen Gehilfenschaft zum Rasertatbestand.

Bedingte Freiheitsstrafe

Den BMW mussten die Behörden daraufhin nicht mehr sicherstellen. Der Lenker war 2015 in Kloten zu schnell in die Kurve gefahren und hatte einen Totalschaden produziert. Der Mann hat deshalb noch heute Schulden, wie er vor Gericht sagte. Seinen Fahrausweis musste er für zwei Jahre abgeben, hat ihn aber wieder zurück.

Doch nun kommt eine Strafe hinzu. Er erhält eine bedingte Freiheitsstrafe von 23 Monaten bei einer Probezeit von zwei Jahren – unter anderem wegen qualifizierter grober Verletzung der Verkehrsregeln. Der Beschuldigte habe eine hohe abstrakte Unfallgefahr geschaffen. Zudem muss er die Untersuchungskosten in der Höhe von über 8000 Franken bezahlen.

«Es war Schwachsinn»

Er sei damals autobegeistert gewesen und habe sich in einem entsprechenden Umfeld bewegt, sagte der Beschuldigte laut der NZZ vor Gericht. «Ich war mir damals nicht bewusst, was alles hätte passieren können.» Es handle sich um ein Industriegebiet, und es sei niemand auf der Strasse gewesen. «Es war Schwachsinn.» Er sei sich der Gefahren jetzt bewusst und wolle in Zukunft nicht mehr auffallen.

hwe/hoh

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